Ballaststoffreiche Kost
bei einer verminderten Säuerungsflora im Darm
Diese Übersicht zeigt Ihnen die wesentlichen Zusammenhänge zwischen der Darmflora und der Ernährungsweise
auf. Die praktischen Tipps und Rezeptideen sollen Ihnen die Ernährungsumstellung erleichtern.
Was ist eine normale Darmflora?
Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene Aufgaben
erfüllen. Sie schützen uns vor Infektionskrankheiten und liefern der Darmschleimhaut durch ihre Stoffwechselprodukte
wichtige Nährstoffe, indem sie unverdaute Nahrungsbestandteile abbauen. Wahrscheinlich
tragen sie auch geringfügig zur Vitaminversorgung bei. Die Mikroben sind, was ihren Stoffwechsel
angeht, sehr flexibel. Sie richten sich weitestgehend nach dem Substratangebot, d.h. sie verstoffwechseln
Nahrungsbestandteile, die unser Verdauungssystem nicht verwertet hat, zum Beispiel Ballaststoffe. Zusätzlich
können sie sich auch von Zellresten ernähren, denn die menschliche Darmschleimhaut erneuert sich
ständig und sondert laufend abgestorbene Zellen ab.
Auch wenn die Flora jedes Menschen individuell geprägt ist, konnten in aufwendigen Studien an großen
Probandengruppen gewisse Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Zusammensetzung und der Keimzahlbereiche
beobachtet werden. Man schätzt, dass der menschliche Darm etwa 500 verschiedene
Bakterienarten beherbergt. Die Gesamtkeimzahl wird auf etwa 1012 pro Gramm Stuhl geschätzt, das
entspricht etwa einem Drittel der Stuhlsubstanz. Die Bakterien werden aufgrund ihrer Stoffwechselaktivität
als Säuerungskeime bzw. Fäulniskeime bezeichnet. Wenn das Verhältnis dieser Keimgruppen ausgewogen
ist, liegt im Darm ein leicht saures Milieu vor. Dies kann man durch eine pH-Wert-Messung in der Stuhlprobe
überprüfen.
» Einfluss der Ernährung auf die Darmflora
Ein Teil unserer Nahrung wird im Verdauungssystem in kleine Bruchstücke gespalten und vom
Dünndarm in den Blutkreislauf abgegeben. Von dort aus werden die Abbauprodukte im Körper
verteilt und dem Bau- und Energiestoffwechsel zur Verfügung gestellt. Es kann jedoch meist nicht
alles verdaut werden, was gegessen wurde, insbesondere dann nicht, wenn es sich um üppige
Mahlzeiten oder schwerverdauliche Speisen handelt. Es erreicht also ein gewisser Anteil der
aufgenommenen Nahrung unverändert den Dickdarm. Dort wird sie von den Bakterien unter
anderem zu Gasen verstoffwechselt.
Je mehr unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm gelangen, umso mehr Gase werden
gebildet (hauptsächlich geruchlose wie Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan sowie Spuren
geruchsaktiver Substanzen). Bei einer fett- und eiweißreichen Ernährungsweise gelangen viele
Nahrungsreste in den Dickdarm, die von Keimen der Fäulnisflora verwertet werden können. Die
Abbauprodukte sind für den menschlichen Organismus nicht nur unbrauchbar, sie belasten die
Leber, können zum Teil Blähungen verursachen, einige gelten sogar als krebsfördernd.
Werden dagegen reichlich Kohlenhydrate und Ballaststoffe verzehrt (in Getreide, Gemüse, Obst),
wird die Stoffwechselaktivität der Säuerungsflora gefördert. Deren Abbauprodukte fördern die
Darmperistaltik, liefern der Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe, tragen zur Abwehr gegenüber
Krankheitserregern bei und sorgen für ein Milieu im Darm, welches das Wachstum von
unerwünschten Fäulniskeimen unterdrückt. Durch eine Ernährungsumstellung lässt sich die
Darmflora in gewissen Grenzen beeinflussen, daher ist es sinnvoll, durch eine gezielte
Ernährungsweise das Nährstoffangebot für die Fäulniskeime zu reduzieren und das Wachstum der
Säuerungsflora zu fördern.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Durch einen gezielten Austausch ballaststoffarmer gegen ballaststoffreiche Lebensmittel soll der
Säuerungsflora im Darm mehr Nahrung zur Verfügung gestellt werden. Unerwünschte Fäulniskeime
werden verdrängt. Während eine vollwertige Mischkost mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag
enthält, werden für die ballaststoffreiche Kost mind. 50 Gramm Ballaststoffe am Tag empfohlen.
Ballaststoffe sind pflanzliche Nahrungsbestandteile, die von den menschlichen Verdauungsenzymen
nicht verdaut werden können. Sie gelangen daher nahezu unverändert in den Darm und können
ganz oder zumindest teilweise von den Darmbakterien verwertet werden. Die Abbauprodukte
(kurzkettige Fettsäuren) regen die Darmtätigkeit an und tragen zur Ansäuerung des Darmmilieus
bei. Ballaststoffe werden aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften als Füll- und Quellstoffe
eingeteilt. Insbesondere Getreideballaststoffe haben eine sehr gute Quellfähigkeit. Der Stuhl wird
locker und voluminös.
» Ballaststoffreiche Kost im Überblick
§ 5-6 Mahlzeiten am Tag
§ reichlich Flüssigkeit
(> 2 Liter am Tag, am besten Mineralwasser, Saftschorle, Früchte- und Kräutertee)
§ 1-2 Mal täglich Vollkornmüsli
§ den Mahlzeiten möglichst Nüsse, Keime, Ölsaaten, Kleie oder Leinsamenschrot zufügen
§ Süßspeisen mit Frisch- oder Trockenobst aufwerten
§ reichlich Gemüse und Hülsenfrüchte (0,5-1 kg / Tag)
§ reichlich Frischobst (0,5-1 kg / Tag)
§ Calciumreiche Lebensmittel bevorzugen
» Ernährungstipp: Viel Calcium ist in…
§ einigen Mineralwässern (z.B. St. Margarethen- und Elisabethquelle, Rietenauer
Mineralwasser, Förstina Sprudel, Fortuna Quelle, Wildbergquelle, Luisenbrunnen)
§ Sesam, Amaranth, Leinsaat, Haselnüssen, Feigen
§ Sojaprodukten, Kichererbsen, weißen Bohnen
§ Garten- und Brunnenkresse, Grünkohl, Fenchel, Broccoli, Mangold, Spinat, Porree,
Bleichsellerie
» Wie soll die Umstellung erfolgen?
Da nicht jeder sofort eine ballaststoffreiche Kost verträgt, sollte die Kost schrittweise und schonend
umgestellt werden. Oft wird z.B. am Anfang kein Vollkornbrot vertragen, es kann zu Blähungen
kommen. Beginnen Sie zunächst damit, nach und nach neue Lebensmittel auszuprobieren.
Tauschen Sie nach Geschmack einfach Lebensmittel aus der rechten Spalte gegen Produkte aus der
linken Spalte der Tabelle „ballaststoffreiche und ballaststoffarme Lebensmittel” aus. Steigern Sie die
Mengen zugesetzter Kleie, Samen etc. langsam bis zur angegebenen Höchstmenge.
» Die Prinzipien der Kostumstellung
§ schrittweise Ersatz ballaststoffarmer durch ballaststoffreichere Lebensmittel
§ zunächst Gemüse- und Rohkostanteil erhöhen auf 0,5-1 kg/Tag
§ bei den Brotmahlzeiten Grau- oder Weißbrot zunehmend durch Graham- oder
§ Vollkornbrot ersetzen
§ Ergänzung durch 15-50 g eingeweichtes Leinsamenschrot, eingeweichtes
§ Backobst, Ölsaaten, 15-40 g Sorbit oder 20-40 g Milchzucker
§ ab und zu Flockenmüsli zum Frühstück
§ viel trinken (siehe oben)
» Ballaststoffreiche und ballaststoffarme Lebensmittel
Lebensmittel Ballaststoffreiche Lebensmittel Ballaststoffarme Lebensmittel
§ Brot, Gebäck
§ sonstige Getreideprodukte
§ Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte
§ Obst, Nüsse, Süßes
§ sonstiges
§ Vollkornbrot und -Brötchen,
Kleiegebäck, Knäckebrot,
Grahambrot, Vollkornkekse
und -kuchen, Haferkekse,
Kleiezwieback, Früchtebrot,
Sojabrot und -Mehl, Schrotgebäck
§ Vollkorngetreide, Vollkornreis,
Hirse, Buchweizen, Amaranth,
Quinoa, Teigwaren aus
Vollkorn, Getreidekeimlinge
§ Broccoli, Mais, Rosenkohl,
Kohlgemüse, Möhren, Topinambur,
Artischocken, Speisepilze,
Erbsen, Linsen, Bohnen,
Kichererbsen, Sojabohnen und
deren Sprossen, Tofu (Sojaprodukt),
Sojateigwaren,
Lauch, Kartoffeln, Kresse,
rote Bete
§ frisches Obst und Kompott
(insbes. Quitte, Heidelbeeren),
Passionsfrucht, Trockenobst,
Nüsse
§ Kleieprodukte, Kokosraspel,
Ölsaaten wie Leinsamen,
Sesam, Sonnenblumenkerne,
Mohn), Johannisbrotkernmehl,
Guarkernmehl, Pektin
§ Weißbrot, Brötchen,
Toastbrot, helles Mischbrot,
Kekse und Kuchen
aus hellem Auszugsmehl
§ polierter Reis, Teigwaren
aus hellem Auszugsmehl
§ Blattsalate, Chicoree,
Salatgurke, Zucchini,
geschälte Tomate und
Aubergine, Spargel,
Blattspinat, Chinakohl,
Eisberg- und Feldsalat,
Kohlrabi
§ Obstsäfte und -Gelees,
Pudding, Cremespeisen,
Süßigkeiten
§ Lebensmittel tierischer
Herkunft wie Eier, Fleisch,
Fisch, Milch1) und Milchprodukte1)
1) Milch enthält Lactose
(Milchzucker), welcher für manche
Personen schwer verdaulich ist
und dann eine Ballaststoffwirkung
entfalten kann.
Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die Einnahme von Weizen- oder Haferkleie. Bevorzugen Sie
ballaststoffreiche Nahrungsmittel, wie Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst. In
Ausnahmefällen können unterstützend wasserlösliche Ballaststoffe, z.B. Inulin, verzehrt werden.
Dabei sollte auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.
» Rezeptbeispiele
Winter-Müsli (1 Portion)
4 EL Vollkornhaferflocken
1 EL geschroteter Leinsamen
1 TL ungeschwefelte Rosinen
150 g Kefir
Apfel
Apfelsine
2 TL Honig
1 EL ungesüßter Sanddornsaft
Haferflocken, Leinsamen und Rosinen mit dem Kefir mischen. Den Apfel entkernen und mit der
Schale ins Müsli reiben. Apfelsine schälen, in Stücke teilen und dazugeben. Mit dem Honig und dem
Sanddornsaft abschmecken.
Vollkornspaghetti mit Pilzen (2 Portionen)
200 g Vollkornspaghetti in reichlich Wasser bissfest kochen. 300 g frische Champignons putzen, in
Scheiben schneiden und mit 1 großer Zwiebel in wenig Fett dünsten. Mit 1 EL Zitronensaft, etwas
Gemüsebrühe, Pfeffer und Sesam abrunden.
Getreidesalat mit Gemüse (2 Portionen)
120 g Getreidekörner nach Geschmack mit 500 ml Gemüsebrühe weich kochen. 200 g Gemüse nach
Wahl putzen, klein schneiden und zu den Körnern geben. Aus 2 - 3 EL Sonnenblumenöl, etwas Senf
und Rotweinessig ein Dressing anrühren, mit Knoblauch, Pfeffer und Schnittlauch abrunden.
Pikanter Brotaufstrich: Linsenpüree
100 g rote Linsen unter fließendem Wasser waschen und mit 200 ml Wasser und etwas Bohnenkraut
etwa eine halbe Stunde weich kochen. Je 1/2 TL Basilikum und Oregano fein schneiden und zu den
Linsen geben. 1/4 TL Thymian fein schneiden und ebenfalls dazufügen, mit 1 kleinen Peperonischote,
fein geschnitten, 2 EL Tomatenmark, etwas Salz oder Kräutersalz, Cayennepfeffer und
Knoblauch würzen.
Schneller Fruchtaufstrich
500 g getrocknete, ungeschwefelte Aprikosen oder Pflaumen mit 100 ml heißem Wasser über Nacht
einweichen, am nächsten Morgen pürieren, 1 Prise Zimt hinzufügen.
Schwedische Getreidegrütze (Kruska)
25-30 g Hafergrütze, 15 g Weizenkleie, 25-30 g Backobst (eingeweicht) in reichlich Wasser gar
kochen und mit etwas Zimt abschmecken.
» Noch ein paar Tipps…
§ Genießen Sie zwischendurch öfter mal Obst, Trockenobst oder Fruchtschnitten und trinken
Sie stets reichlich.
§ Genießen Sie zwischendurch öfter mal Obst, Trockenobst oder Fruchtschnitten und trinken
Sie stets reichlich.
§ Probieren Sie neue Rezepte für Aufläufe mit Getreide oder Hülsenfrüchten aus (z.B. Dinkel,
Weizen, Hirse, Linsen u. a.).
§ Sorgen Sie für reichlich Bewegung, das bringt auch den Darm in Schwung.
§ Greifen Sie auf keinen Fall zu Abführmitteln, die eine Verstopfung nur fördern.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Montag, 1. Februar 2010
Eiweiß- und fettreduzierte Kost bei einer vermehrten Fäulnisflora im Darm
Eiweiß- und fettreduzierte Kost
bei einer vermehrten Fäulnisflora im Darm
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion der Darmflora soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
Was ist eine normale Darmflora?
Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene Aufgaben
erfüllen. Sie schützen uns vor Infektionskrankheiten und liefern der Darmschleimhaut durch ihre Stoffwechselprodukte
wichtige Nährstoffe, indem sie unverdaute Nahrungsbestandteile abbauen. Wahrscheinlich
tragen sie auch geringfügig zur Vitaminversorgung bei. Die Mikroben sind, was ihren Stoffwechsel
angeht, sehr flexibel. Sie richten sich weitestgehend nach dem Substratangebot, d.h. sie verstoffwechseln
Nahrungsbestandteile, die unser Verdauungssystem nicht verwertet hat. Zusätzlich können sie sich auch von
Zellresten ernähren, denn die menschliche Darmschleimhaut erneuert sich ständig und sondert laufend
abgestorbene Zellen ab.
Auch wenn die Flora jedes Menschen individuell geprägt ist, konnten in aufwendigen Studien an großen
Probandengruppen gewisse Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Zusammensetzung und der
Keimzahlbereiche beobachtet werden. Man schätzt, dass der menschliche Darm etwa 500 verschiedene
Bakterienarten beherbergt. Die Gesamtkeimzahl wird auf etwa 1012 pro Gramm Stuhl geschätzt, das
entspricht etwa einem Drittel der Stuhlsubstanz. Die Bakterien werden aufgrund ihrer Stoffwechselaktivität
als Säuerungskeime bzw. Fäulniskeime bezeichnet. Wenn das Verhältnis dieser Keimgruppen ausgewogen
ist, liegt im Darm ein leicht saures Milieu vor. Dies kann man durch eine pH-Wert - Messung in der Stuhlprobe
überprüfen.
» Einfluss der Ernährung auf die Darmflora
Ein großer Teil unserer Nahrung wird im Verdauungssystem in kleine Bruchstücke gespalten und
vom Dünndarm in den Blutkreislauf abgegeben. Von dort aus werden die Abbauprodukte im Körper
verteilt und dem Bau- und Energiestoffwechsel zur Verfügung gestellt. Es kann jedoch meist nicht
alles verdaut werden, was gegessen wurde, insbesondere dann nicht, wenn es sich um üppige
Mahlzeiten oder schwerverdauliche Speisen handelt. Also erreicht ein gewisser Anteil der
aufgenommenen Nahrung den Dickdarm unverändert. Dort wird sie von den Bakterien unter
anderem zu Gasen verstoffwechselt. Je mehr unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm
gelangen, umso mehr Gase werden gebildet (hauptsächlich geruchlose wie Kohlendioxid,
Wasserstoff und Methan sowie Spuren geruchsaktiver Substanzen).
Bei einer fett- und eiweißreichen Ernährungsweise gelangen viele Nahrungsreste in den Dickdarm,
die von Keimen der Fäulnisflora verwertet werden können. Die Abbauprodukte sind für den
menschlichen Organismus nicht nur unbrauchbar, sie belasten die Leber, können zum Teil
Blähungen verursachen, einige gelten sogar als krebsfördernd. Werden dagegen reichlich
Kohlenhydrate und Ballaststoffe verzehrt (Getreide, Gemüse, Obst), wird die Stoffwechselaktivität
der Säuerungsflora gefördert. Deren Abbauprodukte fördern die Darmperistaltik, liefern der
Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe, tragen zur Abwehr gegenüber Krankheitserregern bei und
sorgen für ein Milieu im Darm, welches das Wachstum von unerwünschten Fäulniskeimen
unterdrückt. Durch eine Ernährungsumstellung lässt sich die Darmflora in gewissen Grenzen
beeinflussen, daher ist es sinnvoll, durch eine gezielte Ernährungsweise das Nährstoffangebot für
die Fäulniskeime zu reduzieren.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Mit unserer üblichen Mischkost nehmen wir oft mehr Eiweiß und Fett auf, als wir benötigen. Der
durchschnittliche Fettverzehr beträgt in Deutschland etwa 130 Gramm am Tag, das ist etwa das
Doppelte der empfohlenen Zufuhr. Beim Eiweiß sind es oft mehr als 70 Gramm statt der
empfohlenen 50-60 Gramm am Tag. Prinzip der Ernährungsumstellung ist daher, den Fett- und
Eiweißverzehr auf ein gesundes Maß zu bringen, um der Fäulnisflora im Darm das Leben zu
erschweren.
Dies erreicht man am besten durch einen gezielten Austausch bestimmter Lebensmittel. Ideal wäre
auch eine ovo-lacto-vegetabile Kostform, die neben pflanzlichen Lebensmitteln Eier, Milch und
Milchprodukte enthält. Auf Fisch oder Fleisch muss jedoch nicht unbedingt verzichtet werden. 2-3
Portionen mageres Fleisch oder Fisch pro Woche können den Speisezettel sinnvoll ergänzen.
» So sparen Sie Fett und Eiweiß ein…
reichlich Obst und Gemüse essen, davon jeweils etwa die Hälfte roh und gegart
zwischendurch Obst, Müsli oder Vollkornbackwaren
fettarme Käsesorten, möglichst bis 30 % Fett i.Tr., mageren Quark, sowie fettarme
Milchprodukte (1.5 %) bevorzugen
2-3 Mal oder seltener pro Woche Fleisch oder Fisch
magere Fleischsorten (bis 15 % Fett) auswählen, z. B. Geflügel ohne Haut, Wild
(Tipp: Teures Fleisch ist auch oft mager)
als Brotbelag Corned Beef, Kalbfleisch- oder Geflügelsülze, Schinken ohne Rand, magerer
kalter Braten oder vegetarische Brotaufstriche
Weißmehlprodukte (helles Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck) durch Vollkornprodukte
ersetzen. (Tipp: Alternativ können Sie beim Backen auch Weißmehl mit Vollkornmehl
mischen.)
schonend und fettarm garen (Dünsten, Garen in der Folie, z.B. Ofenkartoffeln statt Pommes
frites), nicht frittieren oder in Fett braten
» Wertvolles Eiweiß – weniger ist mehr
Eiweiß ist ein wichtiger Baustoff für unsere Körperzellen. Ohne Eiweiß könnte unsere Verdauung
nicht funktionieren, denn die Enzyme (Katalysatoren) sind ebenfalls Eiweiße. Wir sind jedoch mit
Eiweiß reichlich versorgt. Viele Menschen essen fast doppelt so viel Eiweiß, wie sie benötigen. Wenn
wir besonders wertvolle Eiweiße oder Kombinationen auswählen, kommen wir mit kleineren
Mengen aus. Ideal sind pflanzliche Eiweißlieferanten, zum Beispiel Aufläufe aus Kartoffeln oder
Getreide in Kombination mit tierischen Eiweißlieferanten z.B. Milch und Ei.
Besonders wertvoll sind zum Beispiel
Kartoffel und Ei
Milch und Ei
Weizen und Ei
Kartoffel
Kuhmilch, Käse
Rindfleisch
Soja, Bohnen
Reis, Mais, Roggen
» Fett: Nicht zuviel, aber das richtige
Wir brauchen nur soviel Fett zu essen, wie verwertet werden kann. Leider versteckt sich in vielen
Lebensmitteln eine beachtliche Menge Fett. Wer ahnt schon, dass eine Portion Pommes frites bereits
die Hälfte des täglichen Fettbedarfs liefert? Wir müssten 40 Kilogramm Pellkartoffeln essen, um diese
Menge zu erreichen. Untenstehend sind Beispiele für einen sinnvollen Lebensmittelaustausch
aufgelistet. Genauso wichtig wie die Begrenzung der Fettzufuhr ist die Auswahl der richtigen Fette.
Sie müssen frisch, leicht verdaulich und gut bekömmlich sein. Für Salate empfehlen sich kalt
gepresste Öle. Sahne und Butter sollten sparsam verwendet werden.
» Gewusst wie – austauschen statt verzichten
statt Salami » Corned Beef, magere Sülze, Geflügelwurst
statt Rohem Schinken » gekochten Schinken
statt Croissants » Rosinenbrötchen
statt Plundergebäck » Hefekuchen
statt Torten, Rührkuchen » Bisquit- oder Hefekuchen mit Obst
statt Hart- und Schnittkäse » Frisch- und Weichkäse, mögl. fettreduziert
statt Butter, Margarine » Frischkäse, Salatblätter auf das Brot
statt Brathähnchen » gegarte Hähnchenbrust
statt Pommes frites » Ofen- oder Pellkartoffeln
statt Chips, Flips etc. » Salzstangen, Reiswaffeln
» Pikanter Brotaufstrich: Linsenpüree
100 g rote Linsen unter fließendem Wasser waschen und mit 200 ml Wasser und etwas Bohnenkraut
etwa eine halbe Stunde weichkochen. Je 1/2 TL Basilikum und Oregano feinschneiden und zu den
Linsen geben. 1/4 TL Thymian feinschneiden und ebenfalls dazufügen, mit 1 kleinen
Peperonischote, feingeschnitten, 2 EL Tomatenmark, Cayennepfeffer und Knoblauch würzen.
» Fettgehalt verschiedener Käsesorten
Sorte Fettgehalt i. Tr. Umrechnungsfaktor Fettgehalt absolut
Frischkäse
Quark (mager) 1% 0,3 0,3%
Hüttenkäse 10 % 3%
Doppelrahmfrischkäse 60 % 18%
Weichkäse
Brie, Camembert 50-60 % 0,5 25-30 %
Limburger 40 % 20 %
Romadur 30 % 15 %
Schnittkäse, halbfest
Edamer, Tilsiter 45 % 0,6 27 %
Gouda 40 % 24 %
Butterkäse 60 % 36 %
Hartkäse
Bergkäse 45 % 0,7 31,5 %
Cheddar 50 % 35 %
Emmentaler 45 % 31,5 %
Parmesan 32 % 22,4 %
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
bei einer vermehrten Fäulnisflora im Darm
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion der Darmflora soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
Was ist eine normale Darmflora?
Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene Aufgaben
erfüllen. Sie schützen uns vor Infektionskrankheiten und liefern der Darmschleimhaut durch ihre Stoffwechselprodukte
wichtige Nährstoffe, indem sie unverdaute Nahrungsbestandteile abbauen. Wahrscheinlich
tragen sie auch geringfügig zur Vitaminversorgung bei. Die Mikroben sind, was ihren Stoffwechsel
angeht, sehr flexibel. Sie richten sich weitestgehend nach dem Substratangebot, d.h. sie verstoffwechseln
Nahrungsbestandteile, die unser Verdauungssystem nicht verwertet hat. Zusätzlich können sie sich auch von
Zellresten ernähren, denn die menschliche Darmschleimhaut erneuert sich ständig und sondert laufend
abgestorbene Zellen ab.
Auch wenn die Flora jedes Menschen individuell geprägt ist, konnten in aufwendigen Studien an großen
Probandengruppen gewisse Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Zusammensetzung und der
Keimzahlbereiche beobachtet werden. Man schätzt, dass der menschliche Darm etwa 500 verschiedene
Bakterienarten beherbergt. Die Gesamtkeimzahl wird auf etwa 1012 pro Gramm Stuhl geschätzt, das
entspricht etwa einem Drittel der Stuhlsubstanz. Die Bakterien werden aufgrund ihrer Stoffwechselaktivität
als Säuerungskeime bzw. Fäulniskeime bezeichnet. Wenn das Verhältnis dieser Keimgruppen ausgewogen
ist, liegt im Darm ein leicht saures Milieu vor. Dies kann man durch eine pH-Wert - Messung in der Stuhlprobe
überprüfen.
» Einfluss der Ernährung auf die Darmflora
Ein großer Teil unserer Nahrung wird im Verdauungssystem in kleine Bruchstücke gespalten und
vom Dünndarm in den Blutkreislauf abgegeben. Von dort aus werden die Abbauprodukte im Körper
verteilt und dem Bau- und Energiestoffwechsel zur Verfügung gestellt. Es kann jedoch meist nicht
alles verdaut werden, was gegessen wurde, insbesondere dann nicht, wenn es sich um üppige
Mahlzeiten oder schwerverdauliche Speisen handelt. Also erreicht ein gewisser Anteil der
aufgenommenen Nahrung den Dickdarm unverändert. Dort wird sie von den Bakterien unter
anderem zu Gasen verstoffwechselt. Je mehr unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm
gelangen, umso mehr Gase werden gebildet (hauptsächlich geruchlose wie Kohlendioxid,
Wasserstoff und Methan sowie Spuren geruchsaktiver Substanzen).
Bei einer fett- und eiweißreichen Ernährungsweise gelangen viele Nahrungsreste in den Dickdarm,
die von Keimen der Fäulnisflora verwertet werden können. Die Abbauprodukte sind für den
menschlichen Organismus nicht nur unbrauchbar, sie belasten die Leber, können zum Teil
Blähungen verursachen, einige gelten sogar als krebsfördernd. Werden dagegen reichlich
Kohlenhydrate und Ballaststoffe verzehrt (Getreide, Gemüse, Obst), wird die Stoffwechselaktivität
der Säuerungsflora gefördert. Deren Abbauprodukte fördern die Darmperistaltik, liefern der
Darmschleimhaut wichtige Nährstoffe, tragen zur Abwehr gegenüber Krankheitserregern bei und
sorgen für ein Milieu im Darm, welches das Wachstum von unerwünschten Fäulniskeimen
unterdrückt. Durch eine Ernährungsumstellung lässt sich die Darmflora in gewissen Grenzen
beeinflussen, daher ist es sinnvoll, durch eine gezielte Ernährungsweise das Nährstoffangebot für
die Fäulniskeime zu reduzieren.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Mit unserer üblichen Mischkost nehmen wir oft mehr Eiweiß und Fett auf, als wir benötigen. Der
durchschnittliche Fettverzehr beträgt in Deutschland etwa 130 Gramm am Tag, das ist etwa das
Doppelte der empfohlenen Zufuhr. Beim Eiweiß sind es oft mehr als 70 Gramm statt der
empfohlenen 50-60 Gramm am Tag. Prinzip der Ernährungsumstellung ist daher, den Fett- und
Eiweißverzehr auf ein gesundes Maß zu bringen, um der Fäulnisflora im Darm das Leben zu
erschweren.
Dies erreicht man am besten durch einen gezielten Austausch bestimmter Lebensmittel. Ideal wäre
auch eine ovo-lacto-vegetabile Kostform, die neben pflanzlichen Lebensmitteln Eier, Milch und
Milchprodukte enthält. Auf Fisch oder Fleisch muss jedoch nicht unbedingt verzichtet werden. 2-3
Portionen mageres Fleisch oder Fisch pro Woche können den Speisezettel sinnvoll ergänzen.
» So sparen Sie Fett und Eiweiß ein…
reichlich Obst und Gemüse essen, davon jeweils etwa die Hälfte roh und gegart
zwischendurch Obst, Müsli oder Vollkornbackwaren
fettarme Käsesorten, möglichst bis 30 % Fett i.Tr., mageren Quark, sowie fettarme
Milchprodukte (1.5 %) bevorzugen
2-3 Mal oder seltener pro Woche Fleisch oder Fisch
magere Fleischsorten (bis 15 % Fett) auswählen, z. B. Geflügel ohne Haut, Wild
(Tipp: Teures Fleisch ist auch oft mager)
als Brotbelag Corned Beef, Kalbfleisch- oder Geflügelsülze, Schinken ohne Rand, magerer
kalter Braten oder vegetarische Brotaufstriche
Weißmehlprodukte (helles Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck) durch Vollkornprodukte
ersetzen. (Tipp: Alternativ können Sie beim Backen auch Weißmehl mit Vollkornmehl
mischen.)
schonend und fettarm garen (Dünsten, Garen in der Folie, z.B. Ofenkartoffeln statt Pommes
frites), nicht frittieren oder in Fett braten
» Wertvolles Eiweiß – weniger ist mehr
Eiweiß ist ein wichtiger Baustoff für unsere Körperzellen. Ohne Eiweiß könnte unsere Verdauung
nicht funktionieren, denn die Enzyme (Katalysatoren) sind ebenfalls Eiweiße. Wir sind jedoch mit
Eiweiß reichlich versorgt. Viele Menschen essen fast doppelt so viel Eiweiß, wie sie benötigen. Wenn
wir besonders wertvolle Eiweiße oder Kombinationen auswählen, kommen wir mit kleineren
Mengen aus. Ideal sind pflanzliche Eiweißlieferanten, zum Beispiel Aufläufe aus Kartoffeln oder
Getreide in Kombination mit tierischen Eiweißlieferanten z.B. Milch und Ei.
Besonders wertvoll sind zum Beispiel
Kartoffel und Ei
Milch und Ei
Weizen und Ei
Kartoffel
Kuhmilch, Käse
Rindfleisch
Soja, Bohnen
Reis, Mais, Roggen
» Fett: Nicht zuviel, aber das richtige
Wir brauchen nur soviel Fett zu essen, wie verwertet werden kann. Leider versteckt sich in vielen
Lebensmitteln eine beachtliche Menge Fett. Wer ahnt schon, dass eine Portion Pommes frites bereits
die Hälfte des täglichen Fettbedarfs liefert? Wir müssten 40 Kilogramm Pellkartoffeln essen, um diese
Menge zu erreichen. Untenstehend sind Beispiele für einen sinnvollen Lebensmittelaustausch
aufgelistet. Genauso wichtig wie die Begrenzung der Fettzufuhr ist die Auswahl der richtigen Fette.
Sie müssen frisch, leicht verdaulich und gut bekömmlich sein. Für Salate empfehlen sich kalt
gepresste Öle. Sahne und Butter sollten sparsam verwendet werden.
» Gewusst wie – austauschen statt verzichten
statt Salami » Corned Beef, magere Sülze, Geflügelwurst
statt Rohem Schinken » gekochten Schinken
statt Croissants » Rosinenbrötchen
statt Plundergebäck » Hefekuchen
statt Torten, Rührkuchen » Bisquit- oder Hefekuchen mit Obst
statt Hart- und Schnittkäse » Frisch- und Weichkäse, mögl. fettreduziert
statt Butter, Margarine » Frischkäse, Salatblätter auf das Brot
statt Brathähnchen » gegarte Hähnchenbrust
statt Pommes frites » Ofen- oder Pellkartoffeln
statt Chips, Flips etc. » Salzstangen, Reiswaffeln
» Pikanter Brotaufstrich: Linsenpüree
100 g rote Linsen unter fließendem Wasser waschen und mit 200 ml Wasser und etwas Bohnenkraut
etwa eine halbe Stunde weichkochen. Je 1/2 TL Basilikum und Oregano feinschneiden und zu den
Linsen geben. 1/4 TL Thymian feinschneiden und ebenfalls dazufügen, mit 1 kleinen
Peperonischote, feingeschnitten, 2 EL Tomatenmark, Cayennepfeffer und Knoblauch würzen.
» Fettgehalt verschiedener Käsesorten
Sorte Fettgehalt i. Tr. Umrechnungsfaktor Fettgehalt absolut
Frischkäse
Quark (mager) 1% 0,3 0,3%
Hüttenkäse 10 % 3%
Doppelrahmfrischkäse 60 % 18%
Weichkäse
Brie, Camembert 50-60 % 0,5 25-30 %
Limburger 40 % 20 %
Romadur 30 % 15 %
Schnittkäse, halbfest
Edamer, Tilsiter 45 % 0,6 27 %
Gouda 40 % 24 %
Butterkäse 60 % 36 %
Hartkäse
Bergkäse 45 % 0,7 31,5 %
Cheddar 50 % 35 %
Emmentaler 45 % 31,5 %
Parmesan 32 % 22,4 %
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Nahrungsmittelunverträglichkeiten IgG4-vermittelt
Ernährungsumstellung bei
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
IgG4-vermittelt
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung zum Thema IgG4-
vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten soll Ihnen aufzeigen, wie positiv sich eine angepasste
Ernährung im Alltag auswirken kann.
Was sind IgG4-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
Bei Ihnen wurde zur Ermittlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein Allergo-Screen® IgG4 durchgeführt.
In Ihrer Blutprobe wurden erhöhte IgG4-Antikörper gegenüber verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen.
Diese Reaktionen sind nicht mit den üblichen Allergien (IgE-vermittelt) gleichzusetzen und somit
auch nicht durch einen klassischen Allergietest (Prick-Test) feststellbar. Inzwischen weiß man jedoch, dass
Nahrungsmittelunverträglichkeiten häufig IgG4-vermittelt sind. Die Reaktionen treten oft verzögert auf, sind
allerdings in der Regel nicht so heftig wie bei einer klassischen Allergie durch IgE-Antikörper. Manchmal
lassen die Symptome bis zu 3 Tage auf sich warten. IgG4-vermittelte Reaktionen sind mit einer erhöhten
Durchlässigkeit der Darmwand verbunden. Dies führt zu einem vermehrten Kontakt von Immunzellen des
Blutes mit Nahrungsmittelbestandteilen („Antigenen“). Folglich bilden sich mehr allergenspezifische
Antikörper, die dann im Test gemessen werden können.
» Die Reaktion kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern
Blähungen
Verstopfung
Neurodermitis
Kopfschmerzen, zum Teil Migräne
Fließschnupfen
Hyperaktivität
Durchfall
Hautekzeme
Gelenkbeschwerden
Blutdruckveränderungen
chronische Nebenhöhlenentzündungen
chronische Müdigkeit
» Was tun bei einem positiven Allergo-Screen® IgG4-Befund?
Erhöhte IgG4-Antikörperkonzentrationen gegenüber Nahrungsmitteln sprechen für eine intensive
Auseinandersetzung des Immunsystems mit den positiv getesteten Nahrungsmitteln. Ursache
hierfür ist in der Regel eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (erhöhte intestinale
Permeabilität). IgG4-vermittelte Unverträglichkeiten bestehen nur selten zeitlebens. Durch einen
vorübergehenden Verzicht (Elimination) auf die verantwortlichen Nahrungsmittel bilden sie sich
zurück.
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch IgG4-Antikörper kann es sein, dass täglich bestimmte
Nahrungsmittel verzehrt werden (häufig Kuhmilch!), ohne dass sie je als Ursache von
Krankheitssymptomen verdächtigt wurden. Oft fühlen sich die Betroffenen sogar besser, wenn ein
derartiges Nahrungsmittel gegessen oder getrunken wurde. Sie haben regelrecht ein Verlangen
danach.
» Vorgehensweise bei leichten und deutlichen Reaktionen
Negativ getestete Einzelallergene aus unauffälligen Pools (Klasse 0) sowie mit geringen
Antikörperkonzentrationen der Klassen 1- 2 dürfen bedenkenlos verzehrt werden, sofern keine
Unverträglichkeit anderer Herkunft bekannt ist. Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihre
Ernährung nicht zu einseitig ist. Essen Sie besser abwechslungsreich!
Die Nahrungsmittel mit deutlichen Antikörperkonzentrationen der Klassen 3 und 4 sollten über
einen Zeitraum von 4-6 Monaten nur jeden 4. Tag verzehrt werden. Wenn Sie diesen 4-
Tagesrythmus einhalten, lassen sich Sensibilisierungen gegenüber Nahrungsmitteln abbauen oder
zumindest eine Zunahme von Sensibilisierungen verhindern.
Ausnahme: Milch, Ei, Weizen, Erdnüssen, Fisch, Soja, Krusten- und Schalentieren werden schon ab
einer Klasse 3 eliminiert, wie die Klassen 5-6.
» Vorgehensweise bei ausgeprägten Reaktionen
Auf der Basis der Allergo-Screen® IgG4-Ergebnisse sollten Nahrungsmittel, die mit Antikörperreaktionen
der Klassen 5-6 getestet werden, je nach Antigen und Symptom für mindestens 1 Jahr
nicht mehr verzehrt werden. Das gilt auch für die oben genannten potenziellen Allergene ab einer
mittleren Klasse 3. Die Karenzdauer ist erforderlich, damit das Immunsystem sich wieder
regenerieren kann. Grundsätzlich gilt, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Lebensmittel wieder zu
vertragen, mit der Dauer der Karenzphase steigt. Das Immunsystem hat so mehr Zeit zum
„Vergessen“.
Achtung: Nicht jede positive Reaktion hat eine klinische Relevanz. Nur bei eindeutiger Besserung der
Beschwerden über einen längeren Zeitraum kann von einer behandlungsbedürftigen
Sensibilisierung ausgegangen werden.
» 4-Tagesrhythmus (Rotation)
Werden Lebensmittel der Klassen 2-6 über längere Zeit nicht verzehrt, kann dies zu
Versorgungslücken führen. Um stets das Prinzip „so wenig weglassen wie möglich, aber so viel wie
nötig“ verfolgen zu können und um eine möglichst vielseitige Ernährungsweise gewährleisten zu
können, ist eine zügige Differenzierung der positiv getesteten Lebensmittelpools sinnvoll. Dies
betrifft in erster Linie die Klassen 3, 4, 5 sowie 6 und bedeutet, dass die vormals in Gruppen
getesteten Lebensmittel nun einzeln untersucht werden. So sind die tatsächlichen Verursacher der
Beschwerden zu identifizieren. Nur diese sollen dann ggf. gemieden werden. Bestandteile von
Nahrungsmittelpools, die mit der Klasse 0, 1 oder 2 getestet wurden, können bedenkenlos gegessen
werden, sofern nicht eine Unverträglichkeit anderer Herkunft bekannt ist.
» Besondere Indikationen für einen Pool-Aufschluss
In bestimmten Situationen lohnt es sich, positive Nahrungsmittelpools differenzieren zu lassen.
Ratsam ist ein Aufschluss z.B. bei einem Positivbefund im Milchpool, aber Negativergebnis beim
Kasein; denn: Die Kuhmilch besteht aus verschiedenen Proteinen, die zum Teil hitzeempfindlich,
zum Teil tierartspezifisch sind. Werden die betreffenden Eiweiße identifiziert, kann eventuell auf
wärmebehandelte Milchprodukte oder auf Milch(produkte) anderer Tierarten ausgewichen werden.
Ein Aufschluss des Eipools hingegen erscheint wenig sinnvoll, da sich die Eiproteine in der Regel
nachgewiesen werden konnte?
nicht vollständig trennen lassen. Ein gezieltes Vermeiden von Eigelb oder Eiklar ist also kaum
möglich.
» Welche Alternativen gibt es, wenn viele Pools hochpositiv (Klasse 3-6) sind?
Bestehen hochgradige Sensibilisierungen gegenüber einer breiten Lebensmittelauswahl, müssen
verträgliche Alternativen ermittelt werden. Um sich aufwendige Suchdiäten zu ersparen, ist es
ratsam, von der Untersuchung ausgewählter Zusatzpools (z.B. Obst- und Gemüsepools) Gebrauch zu
machen. Diese Pools enthalten fast nur Lebensmittel, gegen die selten Sensibilisierungen
vorhanden sind. Alle negativ getesteten Lebensmittel können verzehrt werden, sofern gegenüber
diesen keine anderen Unverträglichkeiten vorliegen.
» Unverträglichkeiten anderer Herkunft
Auch wenn im Allergo-Screen® IgG4 einige Nahrungsmittel als unbedenklich getestet wurden, Sie
diese aber nicht vertragen oder sie aus anderen Gründen meiden, ist von deren Verzehr abzuraten.
Zunächst sollte die Ursache abgeklärt werden. Liegt beispielsweise eine Allergie gegen Baum- oder
Gräserpollen vor, kann es aufgrund von Kreuzreaktionen der vorhandenen Antikörper mit ähnlichen
allergenen Strukturen auf Kern-, Steinobst oder Getreide zu lokalen Reaktionen an Zunge, Lippen
oder Augenlidern kommen, ohne dass erhöhte Antikörper im Allergo-Screen® IgE nachgewiesen
werden können. Ein Verzicht auf diese Nahrungsmittel ist trotz des unauffälligen Blutergebnisses in
diesen Fällen zu empfehlen. Eine Auflistung möglicher Kreuzreaktionen stellen wir Ihnen auf
Anfrage gerne zur Verfügung.
» Was tun bei allergieähnlichen Beschwerden, obwohl keine Allergie
Ab und zu treten Reaktionen, wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz, Kreislaufbeschwerden, Migräne oder
Übelkeit, nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, obwohl weder IgE- noch IgG4-Antikörper
nachweisbar sind. Migräneattacken nach dem Genuss von Schokolade oder Käse und Rotwein,
Hautrötungen nach Räucherfisch, Sauerkraut oder Tomaten sind nicht selten. Die Auslöser der
Beschwerden sind entweder natürlicherweise in diesen Lebensmitteln vorhanden oder entstehen
als Abbauprodukte während der Lagerung bzw. Reifung. Einige können auch als Farb- oder
Konservierungsstoffe zugesetzt sein.
Die Beschwerden, die mit diesen Unverträglichkeiten einhergehen, lassen meist eine Allergie
vermuten. Da der Entstehungsmechanismus ein anderer ist, spricht man hier von Pseudoallergien.
Diese lassen sich durch die Bestimmung der Diaminoxidase-Aktivität im Blut sicher und einfach
nachweisen. Liegt eine Pseudoallergie vor, kann eine spezielle Ernährungsempfehlung angefordert
werden.
Ebenfalls nicht allergisch bedingt ist die Glutenunverträglichkeit (z.B. Sprue, Zöliakie), die wahrscheinlich
auf einer Empfindlichkeit gegenüber dem Getreideklebereiweiß Gliadin beruht und sich
in verschiedenen Ausprägungen äußert. Typische Beschwerden sind unter anderem ein aufgetriebener
Bauch, Blähungen, Durchfall, Migräne und Hautveränderungen. Ein Antikörpertest im
Stuhl kann bereits sehr wertvolle Hinweise liefern. Wiederum völlig andere Ursachen können
Blähbeschwerden nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln auslösen. Beispielsweise
können unverdaute Zuckerbestandteile im Darm zu einer vermehrten Gasbildung führen.
Haben Sie insbesondere nach „zuckerfreien“ Süßigkeiten oder folgenden Obstsorten Blähungen
oder Durchfall, sollte eine Fructose- bzw. Sorbitmalabsorption über einen Atemgastest oder ggf.
auch über eine Stuhluntersuchung abgeklärt werden:
Trockenobst
Äpfel
Birnen
Pflaumen/Zwetschgen
Weintrauben
Treten diese Beschwerden eher nach dem Verzehr von Milchprodukten auf (insbesondere Trinkmilch),
sollte eine Milchzuckerunverträglichkeit abgeklärt werden. Dies ist am besten mit dem
Atemgastest zu erreichen.
» Die ersten Schritte der Ernährungsumstellung
Schreiben Sie für drei Tage auf, was Sie alles verzehrt haben – auch Bonbons, Snacks und Getränke.
Jetzt stolpern Sie vielleicht schon über einige Dinge, die in Ihrem Testergebnis sehr hoch waren und
die Sie täglich aufgenommen haben.
Manches (z.B. bestimmte Obst-, Gemüse- oder Fleischsorten) ist recht gut entbehrlich. Schwieriger
wird es dann bei Grundnahrungsmitteln oder solchen, die sich gern in Fertigprodukten verstecken
(Getreide, Milch, Ei). Hierzu finden Sie unten einige Alternativen.
Viele Alternativprodukte finden Sie in Reformhäusern oder Naturkostläden.
Tauschen Sie zunächst in einfachen Gerichten die betreffenden Zutaten aus und schreiben Sie
zunächst alle neuen Lebensmittel auf – auch Ihr Befinden nach dem Verzehr. So können alle Entwicklungen
von Ihrem Therapeuten und auch von Ihnen selbst jederzeit nachvollzogen werden. Sie
sind auch wichtig, wenn Sie eine Ernährungsberatung erhalten.
» Tipps
Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Hühnerei kann zum Kochen und Backen auf Eiersatz
(Reformhaus) zurückgegriffen werden. Zum Binden für Desserts und Soßen eignet sich auch
Johannisbrotkernmehl.
Milch kann teilweise durch Sojaprodukte (z.T. mit Calcium angereichert), Reismilch und Kokosmilch
ersetzt werden. Der Calciumbedarf lässt sich durch calciumreiches Mineralwasser, Nüsse, Samen und
Hülsenfrüchte decken.
Auf sahnige Soßen muss nicht verzichtet werden. Auch hier leisten Produkte auf Sojabasis wertvolle
Hilfe.
Wird kein glutenhaltiges Brotgetreide vertragen, stehen vielfältige Alternativen aus Reis, Mais,
Buchweizen, Hirse, Quinoa und Amaranth zur Verfügung. Ergänzend kann auch auf Soja und
Kartoffeln zurückgegriffen werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile sehr schmackhafte Backmischungen
für die Brot- und Kuchenherstellung.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
IgG4-vermittelt
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung zum Thema IgG4-
vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten soll Ihnen aufzeigen, wie positiv sich eine angepasste
Ernährung im Alltag auswirken kann.
Was sind IgG4-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
Bei Ihnen wurde zur Ermittlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ein Allergo-Screen® IgG4 durchgeführt.
In Ihrer Blutprobe wurden erhöhte IgG4-Antikörper gegenüber verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen.
Diese Reaktionen sind nicht mit den üblichen Allergien (IgE-vermittelt) gleichzusetzen und somit
auch nicht durch einen klassischen Allergietest (Prick-Test) feststellbar. Inzwischen weiß man jedoch, dass
Nahrungsmittelunverträglichkeiten häufig IgG4-vermittelt sind. Die Reaktionen treten oft verzögert auf, sind
allerdings in der Regel nicht so heftig wie bei einer klassischen Allergie durch IgE-Antikörper. Manchmal
lassen die Symptome bis zu 3 Tage auf sich warten. IgG4-vermittelte Reaktionen sind mit einer erhöhten
Durchlässigkeit der Darmwand verbunden. Dies führt zu einem vermehrten Kontakt von Immunzellen des
Blutes mit Nahrungsmittelbestandteilen („Antigenen“). Folglich bilden sich mehr allergenspezifische
Antikörper, die dann im Test gemessen werden können.
» Die Reaktion kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern
Blähungen
Verstopfung
Neurodermitis
Kopfschmerzen, zum Teil Migräne
Fließschnupfen
Hyperaktivität
Durchfall
Hautekzeme
Gelenkbeschwerden
Blutdruckveränderungen
chronische Nebenhöhlenentzündungen
chronische Müdigkeit
» Was tun bei einem positiven Allergo-Screen® IgG4-Befund?
Erhöhte IgG4-Antikörperkonzentrationen gegenüber Nahrungsmitteln sprechen für eine intensive
Auseinandersetzung des Immunsystems mit den positiv getesteten Nahrungsmitteln. Ursache
hierfür ist in der Regel eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (erhöhte intestinale
Permeabilität). IgG4-vermittelte Unverträglichkeiten bestehen nur selten zeitlebens. Durch einen
vorübergehenden Verzicht (Elimination) auf die verantwortlichen Nahrungsmittel bilden sie sich
zurück.
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch IgG4-Antikörper kann es sein, dass täglich bestimmte
Nahrungsmittel verzehrt werden (häufig Kuhmilch!), ohne dass sie je als Ursache von
Krankheitssymptomen verdächtigt wurden. Oft fühlen sich die Betroffenen sogar besser, wenn ein
derartiges Nahrungsmittel gegessen oder getrunken wurde. Sie haben regelrecht ein Verlangen
danach.
» Vorgehensweise bei leichten und deutlichen Reaktionen
Negativ getestete Einzelallergene aus unauffälligen Pools (Klasse 0) sowie mit geringen
Antikörperkonzentrationen der Klassen 1- 2 dürfen bedenkenlos verzehrt werden, sofern keine
Unverträglichkeit anderer Herkunft bekannt ist. Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihre
Ernährung nicht zu einseitig ist. Essen Sie besser abwechslungsreich!
Die Nahrungsmittel mit deutlichen Antikörperkonzentrationen der Klassen 3 und 4 sollten über
einen Zeitraum von 4-6 Monaten nur jeden 4. Tag verzehrt werden. Wenn Sie diesen 4-
Tagesrythmus einhalten, lassen sich Sensibilisierungen gegenüber Nahrungsmitteln abbauen oder
zumindest eine Zunahme von Sensibilisierungen verhindern.
Ausnahme: Milch, Ei, Weizen, Erdnüssen, Fisch, Soja, Krusten- und Schalentieren werden schon ab
einer Klasse 3 eliminiert, wie die Klassen 5-6.
» Vorgehensweise bei ausgeprägten Reaktionen
Auf der Basis der Allergo-Screen® IgG4-Ergebnisse sollten Nahrungsmittel, die mit Antikörperreaktionen
der Klassen 5-6 getestet werden, je nach Antigen und Symptom für mindestens 1 Jahr
nicht mehr verzehrt werden. Das gilt auch für die oben genannten potenziellen Allergene ab einer
mittleren Klasse 3. Die Karenzdauer ist erforderlich, damit das Immunsystem sich wieder
regenerieren kann. Grundsätzlich gilt, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Lebensmittel wieder zu
vertragen, mit der Dauer der Karenzphase steigt. Das Immunsystem hat so mehr Zeit zum
„Vergessen“.
Achtung: Nicht jede positive Reaktion hat eine klinische Relevanz. Nur bei eindeutiger Besserung der
Beschwerden über einen längeren Zeitraum kann von einer behandlungsbedürftigen
Sensibilisierung ausgegangen werden.
» 4-Tagesrhythmus (Rotation)
Werden Lebensmittel der Klassen 2-6 über längere Zeit nicht verzehrt, kann dies zu
Versorgungslücken führen. Um stets das Prinzip „so wenig weglassen wie möglich, aber so viel wie
nötig“ verfolgen zu können und um eine möglichst vielseitige Ernährungsweise gewährleisten zu
können, ist eine zügige Differenzierung der positiv getesteten Lebensmittelpools sinnvoll. Dies
betrifft in erster Linie die Klassen 3, 4, 5 sowie 6 und bedeutet, dass die vormals in Gruppen
getesteten Lebensmittel nun einzeln untersucht werden. So sind die tatsächlichen Verursacher der
Beschwerden zu identifizieren. Nur diese sollen dann ggf. gemieden werden. Bestandteile von
Nahrungsmittelpools, die mit der Klasse 0, 1 oder 2 getestet wurden, können bedenkenlos gegessen
werden, sofern nicht eine Unverträglichkeit anderer Herkunft bekannt ist.
» Besondere Indikationen für einen Pool-Aufschluss
In bestimmten Situationen lohnt es sich, positive Nahrungsmittelpools differenzieren zu lassen.
Ratsam ist ein Aufschluss z.B. bei einem Positivbefund im Milchpool, aber Negativergebnis beim
Kasein; denn: Die Kuhmilch besteht aus verschiedenen Proteinen, die zum Teil hitzeempfindlich,
zum Teil tierartspezifisch sind. Werden die betreffenden Eiweiße identifiziert, kann eventuell auf
wärmebehandelte Milchprodukte oder auf Milch(produkte) anderer Tierarten ausgewichen werden.
Ein Aufschluss des Eipools hingegen erscheint wenig sinnvoll, da sich die Eiproteine in der Regel
nachgewiesen werden konnte?
nicht vollständig trennen lassen. Ein gezieltes Vermeiden von Eigelb oder Eiklar ist also kaum
möglich.
» Welche Alternativen gibt es, wenn viele Pools hochpositiv (Klasse 3-6) sind?
Bestehen hochgradige Sensibilisierungen gegenüber einer breiten Lebensmittelauswahl, müssen
verträgliche Alternativen ermittelt werden. Um sich aufwendige Suchdiäten zu ersparen, ist es
ratsam, von der Untersuchung ausgewählter Zusatzpools (z.B. Obst- und Gemüsepools) Gebrauch zu
machen. Diese Pools enthalten fast nur Lebensmittel, gegen die selten Sensibilisierungen
vorhanden sind. Alle negativ getesteten Lebensmittel können verzehrt werden, sofern gegenüber
diesen keine anderen Unverträglichkeiten vorliegen.
» Unverträglichkeiten anderer Herkunft
Auch wenn im Allergo-Screen® IgG4 einige Nahrungsmittel als unbedenklich getestet wurden, Sie
diese aber nicht vertragen oder sie aus anderen Gründen meiden, ist von deren Verzehr abzuraten.
Zunächst sollte die Ursache abgeklärt werden. Liegt beispielsweise eine Allergie gegen Baum- oder
Gräserpollen vor, kann es aufgrund von Kreuzreaktionen der vorhandenen Antikörper mit ähnlichen
allergenen Strukturen auf Kern-, Steinobst oder Getreide zu lokalen Reaktionen an Zunge, Lippen
oder Augenlidern kommen, ohne dass erhöhte Antikörper im Allergo-Screen® IgE nachgewiesen
werden können. Ein Verzicht auf diese Nahrungsmittel ist trotz des unauffälligen Blutergebnisses in
diesen Fällen zu empfehlen. Eine Auflistung möglicher Kreuzreaktionen stellen wir Ihnen auf
Anfrage gerne zur Verfügung.
» Was tun bei allergieähnlichen Beschwerden, obwohl keine Allergie
Ab und zu treten Reaktionen, wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz, Kreislaufbeschwerden, Migräne oder
Übelkeit, nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, obwohl weder IgE- noch IgG4-Antikörper
nachweisbar sind. Migräneattacken nach dem Genuss von Schokolade oder Käse und Rotwein,
Hautrötungen nach Räucherfisch, Sauerkraut oder Tomaten sind nicht selten. Die Auslöser der
Beschwerden sind entweder natürlicherweise in diesen Lebensmitteln vorhanden oder entstehen
als Abbauprodukte während der Lagerung bzw. Reifung. Einige können auch als Farb- oder
Konservierungsstoffe zugesetzt sein.
Die Beschwerden, die mit diesen Unverträglichkeiten einhergehen, lassen meist eine Allergie
vermuten. Da der Entstehungsmechanismus ein anderer ist, spricht man hier von Pseudoallergien.
Diese lassen sich durch die Bestimmung der Diaminoxidase-Aktivität im Blut sicher und einfach
nachweisen. Liegt eine Pseudoallergie vor, kann eine spezielle Ernährungsempfehlung angefordert
werden.
Ebenfalls nicht allergisch bedingt ist die Glutenunverträglichkeit (z.B. Sprue, Zöliakie), die wahrscheinlich
auf einer Empfindlichkeit gegenüber dem Getreideklebereiweiß Gliadin beruht und sich
in verschiedenen Ausprägungen äußert. Typische Beschwerden sind unter anderem ein aufgetriebener
Bauch, Blähungen, Durchfall, Migräne und Hautveränderungen. Ein Antikörpertest im
Stuhl kann bereits sehr wertvolle Hinweise liefern. Wiederum völlig andere Ursachen können
Blähbeschwerden nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln auslösen. Beispielsweise
können unverdaute Zuckerbestandteile im Darm zu einer vermehrten Gasbildung führen.
Haben Sie insbesondere nach „zuckerfreien“ Süßigkeiten oder folgenden Obstsorten Blähungen
oder Durchfall, sollte eine Fructose- bzw. Sorbitmalabsorption über einen Atemgastest oder ggf.
auch über eine Stuhluntersuchung abgeklärt werden:
Trockenobst
Äpfel
Birnen
Pflaumen/Zwetschgen
Weintrauben
Treten diese Beschwerden eher nach dem Verzehr von Milchprodukten auf (insbesondere Trinkmilch),
sollte eine Milchzuckerunverträglichkeit abgeklärt werden. Dies ist am besten mit dem
Atemgastest zu erreichen.
» Die ersten Schritte der Ernährungsumstellung
Schreiben Sie für drei Tage auf, was Sie alles verzehrt haben – auch Bonbons, Snacks und Getränke.
Jetzt stolpern Sie vielleicht schon über einige Dinge, die in Ihrem Testergebnis sehr hoch waren und
die Sie täglich aufgenommen haben.
Manches (z.B. bestimmte Obst-, Gemüse- oder Fleischsorten) ist recht gut entbehrlich. Schwieriger
wird es dann bei Grundnahrungsmitteln oder solchen, die sich gern in Fertigprodukten verstecken
(Getreide, Milch, Ei). Hierzu finden Sie unten einige Alternativen.
Viele Alternativprodukte finden Sie in Reformhäusern oder Naturkostläden.
Tauschen Sie zunächst in einfachen Gerichten die betreffenden Zutaten aus und schreiben Sie
zunächst alle neuen Lebensmittel auf – auch Ihr Befinden nach dem Verzehr. So können alle Entwicklungen
von Ihrem Therapeuten und auch von Ihnen selbst jederzeit nachvollzogen werden. Sie
sind auch wichtig, wenn Sie eine Ernährungsberatung erhalten.
» Tipps
Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Hühnerei kann zum Kochen und Backen auf Eiersatz
(Reformhaus) zurückgegriffen werden. Zum Binden für Desserts und Soßen eignet sich auch
Johannisbrotkernmehl.
Milch kann teilweise durch Sojaprodukte (z.T. mit Calcium angereichert), Reismilch und Kokosmilch
ersetzt werden. Der Calciumbedarf lässt sich durch calciumreiches Mineralwasser, Nüsse, Samen und
Hülsenfrüchte decken.
Auf sahnige Soßen muss nicht verzichtet werden. Auch hier leisten Produkte auf Sojabasis wertvolle
Hilfe.
Wird kein glutenhaltiges Brotgetreide vertragen, stehen vielfältige Alternativen aus Reis, Mais,
Buchweizen, Hirse, Quinoa und Amaranth zur Verfügung. Ergänzend kann auch auf Soja und
Kartoffeln zurückgegriffen werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile sehr schmackhafte Backmischungen
für die Brot- und Kuchenherstellung.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Nahrungsmittelallergien
Ernährungsumstellung bei
Nahrungsmittelallergien
(IgE-vermittelt)
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren
Beschwerden vertraut machen und Ihnen helfen, die auftretenden
Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung zum Thema IgEvermittelte
Nahrungsmittelallergien soll Ihnen aufzeigen, wie positiv sich
eine angepasste Ernährung im Alltag auswirken kann.
Wie äußern sich IgE-vermittelte Allergien?
Bei Ihnen wurde zum Nachweis einer Nahrungsmittelallergie ein Allergo-
Screen® IgE durchgeführt. In Ihrer Blutprobe wurden erhöhte IgEAntikörper
gegenüber verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen. Da bei Allergikern das Immunsystem in
einer erhöhten Alarmbereitschaft steht, neigt es zu einer verstärkten Bildung von Abwehrstoffen
(Antikörpern), wenn es Umweltfaktoren, wie z.B. Pollen, Staub, Tierhaare oder Lebensmittel, als „fremd“
erkennt. Eine Allergie ist somit eine übertriebene Reaktion auf, normalerweise nicht krankmachende, oft
völlig natürliche Bestandteile unserer Umwelt oder Nahrung.
Beim ersten Kontakt mit dem Allergen bildet das Immunsystem Antikörper, ohne dass Beschwerden
auftreten. Diesen Vorgang bezeichnet man als „Sensibilisierung“. Das Immunsystem hat sich nun seine
„Feinde gemerkt“ und reagiert beim nächsten Allergenkontakt mit typischen Krankheitszeichen (siehe
unten). Bei einer Allergie durch IgE-Antikörper (Allergie vom Sofort-Typ) setzen die Beschwerden meist
innerhalb weniger Minuten nach Allergenkontakt ein.
» Krankheitszeichen einer Nahrungsmittelallergie
Hautsymptome (Rötungen, Juckreiz, Schwellungen)
Schwellungen und Juckreiz im Mund und Rachenraum
Kratzen im Hals
Luftnot
Fließschnupfen
Erbrechen
Bauchkrämpfe
Blähungen
Durchfälle
Kreislaufversagen
» Was tun bei einem positiven Allergo-Screen® IgE-Befund?
Fällt Ihr Allergo-Screen® IgE-Befund positiv aus, ist – in Abhängigkeit von der ermittelten RASTKlasse
– folgende Vorgehensweise zu empfehlen:
Vorgehensweise bei leichten Reaktionen
Negativ getestete Einzelallergene können ebenso wie Nahrungsmittel aus unauffälligen
Allergenpools (RAST 0) bedenkenlos verzehrt werden, sofern keine Unverträglichkeiten anderer
Herkunft vorliegen.
Nicht jeder erhöhte Antikörperwert ist mit einer symptomatischen Reaktion verbunden; Antikörperkonzentrationen
im Bereich der RAST-Klasse 1 oder im unteren Bereich der Klasse 2 (< 1,5 U/l)
deuten oft lediglich auf eine bestehende Sensibilisierung hin. Ob es sich nicht doch um klinischrelevante
Befunde handelt, lässt sich durch eine vorübergehende Elimination (Weglassen) der
betreffenden Lebensmittel überprüfen. Ändert sich das Befinden nach einem Monat nicht, kann von
einer symptomlosen Sensibilisierung ausgegangen werden. Dann können die zuvor gemiedenen
Lebensmittel wieder verzehrt werden, jedoch nicht täglich und nicht in größeren Mengen.
Wurde dagegen durch das Meiden dieser Lebensmittel ein Rückgang der Beschwerden erreicht,
kann über eine kontrollierte Exposition getestet werden, welche(s) Lebensmittel für die
Beschwerden verantwortlich war(en).
Bei einer kontrollierten Exposition geht man folgendermaßen vor:
Alles notieren, was verzehrt wird und wie es zubereitet wurde (mit Angabe der Uhrzeit).
Notieren von auftretenden Beschwerden (mit Uhrzeit und Dauer des Auftretens).
Immer nur eines, der zu testenden Lebensmittel in den Speiseplan aufnehmen.
Erst nach frühestens 3 Tagen das nächste Lebensmittel ausprobieren.
Wenn möglich, jedes Lebensmittel zuerst gegart probieren, dann drei Tage abwarten.
Danach kann dasselbe Lebensmittel roh getestet werden.
Beim Austesten von Getreideprodukten immer erst mit Auszugsprodukten („Weißmehl“)
beginnen. Sie enthalten in der Regel weniger Allergene als Vollkornprodukte.
Achtung: Bei hoch positiven IgE-vermittelten Reaktionen (RAST 3-6) sollte keine Provokation
durchgeführt werden, denn hier besteht die Gefahr schwerer allergischer Reaktionen.
Vorgehensweise bei ausgeprägten Reaktionen
Hohe Antikörperspiegel gehen in der Regel mit Beschwerden einher. IgE-vermittelte
Unverträglichkeitsreaktionen bleiben oft lebenslang oder zumindest über einen Zeitraum von
mehreren Jahren bestehen, so dass auslösende Nahrungsmittel oft für immer bzw. sehr langfristig
gemieden werden müssen. Liegen hohe Werte (RAST 3-6) bei Nahrungsmittelpools (Gruppen
gemeinsam getesteter Lebensmittel) vor, sollten zunächst alle Lebensmittel der betreffenden Pools
gemieden werden. Dies kann allerdings beträchtliche Versorgungslücken verursachen. Um eine
vielseitige Ernährungsweise zu gewährleisten, ist eine zügige Differenzierung der positiv getesteten
Lebensmittelpools sinnvoll. Dies betrifft in erster Linie die RAST-Klassen 3, 4, 5 oder 6 und bedeutet,
dass die jeweiligen Lebensmittel einzeln getestet werden. Denn somit können die tatsächlichen
Verursacher der Beschwerden identifiziert werden. Nur diese brauchen dann
gemieden zu werden.
Besondere Indikation für einen Pool-Aufschluss
In bestimmten Situationen lohnt es sich, positive Nahrungsmittelpools differenzieren zu lassen.
Ratsam ist ein Aufschluss z.B. bei einem Positivbefund im Milchpool, aber Negativergebnis beim
Kasein; denn: Die Kuhmilch besteht aus verschiedenen Proteinen, die zum Teil hitzeempfindlich,
zum Teil tierspezifisch sind. Werden die betreffenden Eiweiße identifiziert, kann eventuell auf
wärmebehandelte Milchprodukte oder auf Milch(produkte) anderer Tierarten ausgewichen werden.
Ein Aufschluss des Eipools hingegen erscheint wenig sinnvoll, da sich die Eiproteine in der Regel
nicht vollständig trennen lassen. Ein gezieltes Vermeiden von Eigelb oder Eiklar ist also kaum
möglich.
Welche Alternativen gibt es, wenn viele Pools hochpositiv (RAST 3-6) sind?
Bestehen hochgradige Sensibilisierungen gegenüber einer breiten Lebensmittelauswahl, müssen
verträgliche Alternativen ermittelt werden. Um sich aufwendige Suchdiäten zu ersparen, ist es
ratsam, von der Untersuchung ausgewählter Zusatzpools (z.B. Obst- und Gemüsepools) Gebrauch zu
machen. Alle Lebensmittel, die negativ getestet werden, können verzehrt werden, sofern kein
begründeter Verdacht auf eine Unverträglichkeit nichtallergischer Herkunft besteht.
Unverträglichkeiten anderer Herkunft
Auch wenn im Allergo-Screen® IgE Nahrungsmittel als unbedenklich getestet wurden, Sie diese aber
nicht vertragen oder sie aus anderen Gründen meiden, verzehren Sie sie nicht. Zunächst sollte die
Ursache der Unverträglichkeit abgeklärt werden. Liegt beispielsweise eine Allergie gegen Baumoder
Gräserpollen vor, kann es aufgrund von Kreuzreaktionen der vorhandenen Antikörper mit
ähnlichen allergenen Strukturen auf Kern-, Steinobst oder Getreide zu lokalen Reaktionen an Zunge,
Lippen oder Augenlidern kommen, ohne dass erhöhte Antikörper im Allergo-Screen® IgE
nachweisbar sind. Ein Meiden der entsprechenden Nahrungsmittel ist trotz des unauffälligen
Blutergebnisses zu empfehlen. Eine Auflistung möglicher Kreuzreaktionen stellen wir Ihnen auf
Anfrage gerne zur Verfügung.
» Was tun bei allergieähnlichen Beschwerden, obwohl keine Allergie
Ab und zu treten Reaktionen, wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz, Kreislaufbeschwerden, Migräne oder
Übelkeit, nach bestimmten Lebensmitteln auf, obwohl keine für eine Allergie typischen IgE-Antikörper
nachweisbar sind. Migräneattacken nach dem Genuss von Schokolade oder Käse und Rotwein,
Hautrötungen nach Räucherfisch, Sauerkraut oder Tomaten sind nicht selten.
Die Auslöser der Beschwerden sind entweder natürlicherweise in diesen Lebensmitteln enthalten
oder entstehen als Abbauprodukte während der Lagerung oder Reifung. Auslösende Substanzen
können auch als Farb- oder Konservierungsstoffe zugesetzt sein. Die Beschwerden, die mit diesen
Unverträglichkeiten einhergehen, lassen meist eine Allergie vermuten. Da die Ursache jedoch eine
andere ist, spricht man von sog. „Pseudoallergien“. Diese lassen sich durch die Bestimmung der
Diaminoxidaseaktivität im Blut nachweisen. Liegt eine Pseudoallergie vor, kann über eine gezielte
Ernährungsumstellung eine weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht werden.
Ebenfalls nicht allergisch bedingt ist die „Glutenunverträglichkeit“ (z.B. Sprue, Zöliakie), die wahrscheinlich
auf einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Getreideklebereiweiß Gliadin beruht und
sich in verschiedenen Ausprägungen äußert. Typische Beschwerden sind unter anderem ein aufgetriebener
Bauch, Blähungen, Durchfall, Migräne und Hautveränderungen. Ein Antikörpertest in
Serum oder Stuhl kann bereits sehr wertvolle Hinweise liefern. Wiederum völlig andere Ursachen
können Blähbeschwerden oder wiederkehrende Durchfälle nach dem Verzehr von Lebensmitteln
auslösen. Haben Sie insbesondere nach „zuckerfreien“ Süßigkeiten oder den folgenden Obstsorten
Blähungen oder Durchfall, sollte eine Fructose- bzw. Sorbitmalabsorption über einen Atemgastest
oder eine Stuhluntersuchung abgeklärt werden:
Trockenobst
Äpfel
Birnen
Pflaumen/Zwetschgen
Weintrauben
Treten diese Beschwerden eher nach dem Verzehr von Milchprodukten auf (insbesondere
Trinkmilch), sollte eine Milchzuckerunverträglichkeit ausgeschlossen werden. Dies ist am
besten mit dem Atemgastest zu erreichen.
nachgewiesen werden konnte?
» Noch ein paar Tipps…
Bei einer Allergie gegenüber Hühnerei kann zum Kochen und Backen auf Eiersatz (Reformhaus)
zurückgegriffen werden. Zum Binden für Desserts und Soßen eignet sich auch
Johannisbrotkernmehl.
Milch kann teilweise durch Sojaprodukte (z.T. mit Calcium angereichert), Reismilch und
Kokosmilch ersetzt werden. Der Calciumbedarf lässt sich durch calciumreiches
Mineralwasser, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte decken.
Viele pflanzliche Allergene (z.B. Steinobst und Karotten) sind hitzeempfindlich. Diese
Lebensmittel sind im gegarten Zustand meist verträglich.
Wird kein glutenhaltiges Brotgetreide vertragen, stehen vielfältige Alternativen aus Reis,
Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa und Amaranth zur Verfügung. Ergänzend kann auch auf
Soja und Kartoffeln zurückgegriffen werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile sehr
schmackhafte Backmischungen für die Brot- und Kuchenherstellung.
Auf sahnige Soßen muss nicht verzichtet werden. Auch hier leisten Produkte auf Sojabasis
wertvolle Hilfe.
» Hinweis
Diese Ernährungsinformation ersetzt keine ärztliche Therapie bzw. eine Ernährungsberatung und
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bei Bedarf kann eine individuelle telefonische Ernährungsberatung in Anspruch genommen werden.
Besonders bei sehr ausgeprägten Nahrungsmittelreaktionen erscheint dies sinnvoll.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Nahrungsmittelallergien
(IgE-vermittelt)
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren
Beschwerden vertraut machen und Ihnen helfen, die auftretenden
Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung zum Thema IgEvermittelte
Nahrungsmittelallergien soll Ihnen aufzeigen, wie positiv sich
eine angepasste Ernährung im Alltag auswirken kann.
Wie äußern sich IgE-vermittelte Allergien?
Bei Ihnen wurde zum Nachweis einer Nahrungsmittelallergie ein Allergo-
Screen® IgE durchgeführt. In Ihrer Blutprobe wurden erhöhte IgEAntikörper
gegenüber verschiedenen Lebensmitteln nachgewiesen. Da bei Allergikern das Immunsystem in
einer erhöhten Alarmbereitschaft steht, neigt es zu einer verstärkten Bildung von Abwehrstoffen
(Antikörpern), wenn es Umweltfaktoren, wie z.B. Pollen, Staub, Tierhaare oder Lebensmittel, als „fremd“
erkennt. Eine Allergie ist somit eine übertriebene Reaktion auf, normalerweise nicht krankmachende, oft
völlig natürliche Bestandteile unserer Umwelt oder Nahrung.
Beim ersten Kontakt mit dem Allergen bildet das Immunsystem Antikörper, ohne dass Beschwerden
auftreten. Diesen Vorgang bezeichnet man als „Sensibilisierung“. Das Immunsystem hat sich nun seine
„Feinde gemerkt“ und reagiert beim nächsten Allergenkontakt mit typischen Krankheitszeichen (siehe
unten). Bei einer Allergie durch IgE-Antikörper (Allergie vom Sofort-Typ) setzen die Beschwerden meist
innerhalb weniger Minuten nach Allergenkontakt ein.
» Krankheitszeichen einer Nahrungsmittelallergie
Hautsymptome (Rötungen, Juckreiz, Schwellungen)
Schwellungen und Juckreiz im Mund und Rachenraum
Kratzen im Hals
Luftnot
Fließschnupfen
Erbrechen
Bauchkrämpfe
Blähungen
Durchfälle
Kreislaufversagen
» Was tun bei einem positiven Allergo-Screen® IgE-Befund?
Fällt Ihr Allergo-Screen® IgE-Befund positiv aus, ist – in Abhängigkeit von der ermittelten RASTKlasse
– folgende Vorgehensweise zu empfehlen:
Vorgehensweise bei leichten Reaktionen
Negativ getestete Einzelallergene können ebenso wie Nahrungsmittel aus unauffälligen
Allergenpools (RAST 0) bedenkenlos verzehrt werden, sofern keine Unverträglichkeiten anderer
Herkunft vorliegen.
Nicht jeder erhöhte Antikörperwert ist mit einer symptomatischen Reaktion verbunden; Antikörperkonzentrationen
im Bereich der RAST-Klasse 1 oder im unteren Bereich der Klasse 2 (< 1,5 U/l)
deuten oft lediglich auf eine bestehende Sensibilisierung hin. Ob es sich nicht doch um klinischrelevante
Befunde handelt, lässt sich durch eine vorübergehende Elimination (Weglassen) der
betreffenden Lebensmittel überprüfen. Ändert sich das Befinden nach einem Monat nicht, kann von
einer symptomlosen Sensibilisierung ausgegangen werden. Dann können die zuvor gemiedenen
Lebensmittel wieder verzehrt werden, jedoch nicht täglich und nicht in größeren Mengen.
Wurde dagegen durch das Meiden dieser Lebensmittel ein Rückgang der Beschwerden erreicht,
kann über eine kontrollierte Exposition getestet werden, welche(s) Lebensmittel für die
Beschwerden verantwortlich war(en).
Bei einer kontrollierten Exposition geht man folgendermaßen vor:
Alles notieren, was verzehrt wird und wie es zubereitet wurde (mit Angabe der Uhrzeit).
Notieren von auftretenden Beschwerden (mit Uhrzeit und Dauer des Auftretens).
Immer nur eines, der zu testenden Lebensmittel in den Speiseplan aufnehmen.
Erst nach frühestens 3 Tagen das nächste Lebensmittel ausprobieren.
Wenn möglich, jedes Lebensmittel zuerst gegart probieren, dann drei Tage abwarten.
Danach kann dasselbe Lebensmittel roh getestet werden.
Beim Austesten von Getreideprodukten immer erst mit Auszugsprodukten („Weißmehl“)
beginnen. Sie enthalten in der Regel weniger Allergene als Vollkornprodukte.
Achtung: Bei hoch positiven IgE-vermittelten Reaktionen (RAST 3-6) sollte keine Provokation
durchgeführt werden, denn hier besteht die Gefahr schwerer allergischer Reaktionen.
Vorgehensweise bei ausgeprägten Reaktionen
Hohe Antikörperspiegel gehen in der Regel mit Beschwerden einher. IgE-vermittelte
Unverträglichkeitsreaktionen bleiben oft lebenslang oder zumindest über einen Zeitraum von
mehreren Jahren bestehen, so dass auslösende Nahrungsmittel oft für immer bzw. sehr langfristig
gemieden werden müssen. Liegen hohe Werte (RAST 3-6) bei Nahrungsmittelpools (Gruppen
gemeinsam getesteter Lebensmittel) vor, sollten zunächst alle Lebensmittel der betreffenden Pools
gemieden werden. Dies kann allerdings beträchtliche Versorgungslücken verursachen. Um eine
vielseitige Ernährungsweise zu gewährleisten, ist eine zügige Differenzierung der positiv getesteten
Lebensmittelpools sinnvoll. Dies betrifft in erster Linie die RAST-Klassen 3, 4, 5 oder 6 und bedeutet,
dass die jeweiligen Lebensmittel einzeln getestet werden. Denn somit können die tatsächlichen
Verursacher der Beschwerden identifiziert werden. Nur diese brauchen dann
gemieden zu werden.
Besondere Indikation für einen Pool-Aufschluss
In bestimmten Situationen lohnt es sich, positive Nahrungsmittelpools differenzieren zu lassen.
Ratsam ist ein Aufschluss z.B. bei einem Positivbefund im Milchpool, aber Negativergebnis beim
Kasein; denn: Die Kuhmilch besteht aus verschiedenen Proteinen, die zum Teil hitzeempfindlich,
zum Teil tierspezifisch sind. Werden die betreffenden Eiweiße identifiziert, kann eventuell auf
wärmebehandelte Milchprodukte oder auf Milch(produkte) anderer Tierarten ausgewichen werden.
Ein Aufschluss des Eipools hingegen erscheint wenig sinnvoll, da sich die Eiproteine in der Regel
nicht vollständig trennen lassen. Ein gezieltes Vermeiden von Eigelb oder Eiklar ist also kaum
möglich.
Welche Alternativen gibt es, wenn viele Pools hochpositiv (RAST 3-6) sind?
Bestehen hochgradige Sensibilisierungen gegenüber einer breiten Lebensmittelauswahl, müssen
verträgliche Alternativen ermittelt werden. Um sich aufwendige Suchdiäten zu ersparen, ist es
ratsam, von der Untersuchung ausgewählter Zusatzpools (z.B. Obst- und Gemüsepools) Gebrauch zu
machen. Alle Lebensmittel, die negativ getestet werden, können verzehrt werden, sofern kein
begründeter Verdacht auf eine Unverträglichkeit nichtallergischer Herkunft besteht.
Unverträglichkeiten anderer Herkunft
Auch wenn im Allergo-Screen® IgE Nahrungsmittel als unbedenklich getestet wurden, Sie diese aber
nicht vertragen oder sie aus anderen Gründen meiden, verzehren Sie sie nicht. Zunächst sollte die
Ursache der Unverträglichkeit abgeklärt werden. Liegt beispielsweise eine Allergie gegen Baumoder
Gräserpollen vor, kann es aufgrund von Kreuzreaktionen der vorhandenen Antikörper mit
ähnlichen allergenen Strukturen auf Kern-, Steinobst oder Getreide zu lokalen Reaktionen an Zunge,
Lippen oder Augenlidern kommen, ohne dass erhöhte Antikörper im Allergo-Screen® IgE
nachweisbar sind. Ein Meiden der entsprechenden Nahrungsmittel ist trotz des unauffälligen
Blutergebnisses zu empfehlen. Eine Auflistung möglicher Kreuzreaktionen stellen wir Ihnen auf
Anfrage gerne zur Verfügung.
» Was tun bei allergieähnlichen Beschwerden, obwohl keine Allergie
Ab und zu treten Reaktionen, wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz, Kreislaufbeschwerden, Migräne oder
Übelkeit, nach bestimmten Lebensmitteln auf, obwohl keine für eine Allergie typischen IgE-Antikörper
nachweisbar sind. Migräneattacken nach dem Genuss von Schokolade oder Käse und Rotwein,
Hautrötungen nach Räucherfisch, Sauerkraut oder Tomaten sind nicht selten.
Die Auslöser der Beschwerden sind entweder natürlicherweise in diesen Lebensmitteln enthalten
oder entstehen als Abbauprodukte während der Lagerung oder Reifung. Auslösende Substanzen
können auch als Farb- oder Konservierungsstoffe zugesetzt sein. Die Beschwerden, die mit diesen
Unverträglichkeiten einhergehen, lassen meist eine Allergie vermuten. Da die Ursache jedoch eine
andere ist, spricht man von sog. „Pseudoallergien“. Diese lassen sich durch die Bestimmung der
Diaminoxidaseaktivität im Blut nachweisen. Liegt eine Pseudoallergie vor, kann über eine gezielte
Ernährungsumstellung eine weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht werden.
Ebenfalls nicht allergisch bedingt ist die „Glutenunverträglichkeit“ (z.B. Sprue, Zöliakie), die wahrscheinlich
auf einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Getreideklebereiweiß Gliadin beruht und
sich in verschiedenen Ausprägungen äußert. Typische Beschwerden sind unter anderem ein aufgetriebener
Bauch, Blähungen, Durchfall, Migräne und Hautveränderungen. Ein Antikörpertest in
Serum oder Stuhl kann bereits sehr wertvolle Hinweise liefern. Wiederum völlig andere Ursachen
können Blähbeschwerden oder wiederkehrende Durchfälle nach dem Verzehr von Lebensmitteln
auslösen. Haben Sie insbesondere nach „zuckerfreien“ Süßigkeiten oder den folgenden Obstsorten
Blähungen oder Durchfall, sollte eine Fructose- bzw. Sorbitmalabsorption über einen Atemgastest
oder eine Stuhluntersuchung abgeklärt werden:
Trockenobst
Äpfel
Birnen
Pflaumen/Zwetschgen
Weintrauben
Treten diese Beschwerden eher nach dem Verzehr von Milchprodukten auf (insbesondere
Trinkmilch), sollte eine Milchzuckerunverträglichkeit ausgeschlossen werden. Dies ist am
besten mit dem Atemgastest zu erreichen.
nachgewiesen werden konnte?
» Noch ein paar Tipps…
Bei einer Allergie gegenüber Hühnerei kann zum Kochen und Backen auf Eiersatz (Reformhaus)
zurückgegriffen werden. Zum Binden für Desserts und Soßen eignet sich auch
Johannisbrotkernmehl.
Milch kann teilweise durch Sojaprodukte (z.T. mit Calcium angereichert), Reismilch und
Kokosmilch ersetzt werden. Der Calciumbedarf lässt sich durch calciumreiches
Mineralwasser, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte decken.
Viele pflanzliche Allergene (z.B. Steinobst und Karotten) sind hitzeempfindlich. Diese
Lebensmittel sind im gegarten Zustand meist verträglich.
Wird kein glutenhaltiges Brotgetreide vertragen, stehen vielfältige Alternativen aus Reis,
Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa und Amaranth zur Verfügung. Ergänzend kann auch auf
Soja und Kartoffeln zurückgegriffen werden. Im Fachhandel gibt es mittlerweile sehr
schmackhafte Backmischungen für die Brot- und Kuchenherstellung.
Auf sahnige Soßen muss nicht verzichtet werden. Auch hier leisten Produkte auf Sojabasis
wertvolle Hilfe.
» Hinweis
Diese Ernährungsinformation ersetzt keine ärztliche Therapie bzw. eine Ernährungsberatung und
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bei Bedarf kann eine individuelle telefonische Ernährungsberatung in Anspruch genommen werden.
Besonders bei sehr ausgeprägten Nahrungsmittelreaktionen erscheint dies sinnvoll.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
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Milchzuckerunverträglichkeit Laktoseintoleranz
Richtig essen und trinken
bei Milchzuckerunverträglichkeit
Laktoseintoleranz
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion des Dünndarms soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Der Dünndarm – ein Verdauungs- und Transportsystem
Nachdem bereits im Mund und Magen die Verdauung eingeleitet wurde, gelangt der Speisebrei in
den Dünndarm. Dorthin liefern Bauchspeicheldrüse und Gallenblase ihre Verdauungssekrete. Die
Bauchspeicheldrüse bildet zum einen Hilfsstoffe (Enzyme) zur Kohlenhydrat,- Eiweiß- und Fettverdauung
und zum anderen die Hormone Insulin und Glucagon zur Regulation des Blutzuckerspiegels.
Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und nach
der Aufnahme von Nahrungsfetten in den Dünndarm abgegeben. Die Galle wird zum Abtransport
der Fette vom Darm in den Blutkreislauf benötigt. Die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut ist
durch unzählige, fadenförmige Ausstülpungen (Zotten) vergrößert, um den Abtransport der
Nährstoffe in das Blut zu bewältigen. Auf den Zotten des oberen Dünndarms befinden sich zuckerspaltende
Enzyme (Disaccharidasen), die dafür sorgen, dass Zucker in kleine Untereinheiten
gespalten wird, um dann in den Blutkreislauf transportiert werden zu können. Dieser Transport
(Resorption), auch der anderen Nährstoffe, beginnt im oberen Dünndarm und setzt sich durch den
gesamten Darmtrakt fort. Im Dickdarm werden hauptsächlich Mineralien, Spurenelemente und
Wasser resorbiert.
Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene
Aufgaben erfüllen. Sie schützen uns vor Infektionskrankheiten und liefern der Darmschleimhaut
durch ihre Stoffwechselprodukte wichtige Nährstoffe. Wahrscheinlich tragen sie auch geringfügig
zur Vitaminversorgung bei.
» Die Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker
Von einer Laktoseintoleranz sind etwa 15 bis 20 % der deutschen Erwachsenen betroffen. Bezogen
auf die Weltbevölkerung sind es sogar etwa 90 %, denn die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen,
hängt von der Rassenzugehörigkeit ab. Durchschnittlich werden in Deutschland etwa 25 - 30 g
Milchzucker pro Tag verzehrt. Milchzucker besteht aus zwei Untereinheiten, in die er zunächst
gespalten werden muss, ehe er in das Blut abtransportiert werden kann. Diese Spaltung ist abhängig
von einem biologischen Helfer, dem Enzym Laktase, welches von der Dünndarmschleimhaut
gebildet wird. Wenn die Aktivität dieses milchzuckerspaltenden Enzyms vermindert ist, wird die mit
der Nahrung aufgenommene Laktose nicht oder nur zum Teil gespalten. Anstatt in den Blutkreislauf
zu wandern, bleibt der Milchzucker im Darm zurück und wird durch die dort vorhandenen Mikroben
unter Bildung von Gasen und kurzkettigen Fettsäuren verwertet. Völlegefühl, Blähungen und
Durchfall können die Folge sein. Der Milchzucker zieht Wasser an, so dass der Darminhalt verdünnt
wird. Die Fettsäuren fördern zusätzlich die Darmtätigkeit. Die Toleranzschwelle ist individuell: Einige
Personen entwickeln schon bei einer Aufnahme von 8 g Laktose (enthalten in einem Glas Kuhmilch)
Darmbeschwerden.
Es gibt verschiedene Formen der Laktoseintoleranz:
Die primäre Form ist angeboren und sehr selten. Von Geburt an ist keine aktive Laktase vorhanden,
so dass kein Milchzucker verwertet werden kann.
Die erworbene Milchzuckerunverträglichkeit ist die häufigste Erscheinungsform und tritt mit
zunehmendem Alter häufiger auf. Bei der Geburt ist die Aktivität des milchzuckerspaltenden Enzyms
Laktase üblicherweise sehr hoch. Sie nimmt mit steigendem Lebensalter immer mehr ab. Gerade
ältere Menschen vertragen aus diesem Grund keine großen Mengen Milch und Milchprodukte.
Die sekundäre Intoleranz tritt als Folge einer anderen Grunderkrankung auf, in der Regel immer
dann, wenn die Darmschleimhaut durch entzündliche Vorgänge geschädigt wird (z.B. einheimische
Sprue, Zöliakie, Morbus Crohn). Nach einer erfolgreichen Therapie der Grunderkrankung wird
Milchzucker meist wieder gut vertragen.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Durch das Meiden von Laktose soll der Darm geschont werden. Da die Verträglichkeitsgrenze bei
jedem Menschen unterschiedlich ist und die meisten geringe Mengen an Milchzucker vertragen, ist
nur sehr selten eine laktosefreie Kost (max. 1 g Laktose/Tag) erforderlich. Oft genügt eine Umstellung
auf eine laktosearme Kost (max. 8-10 g Laktose/Tag). Der gesunde Erwachsene kann dagegen
täglich 20-30 g Laktose aufnehmen.
Vorgehensweise
Unmittelbar nach der Diagnosestellung sollte für den Zeitraum von etwa zwei Wochen ganz auf
milchzuckerhaltige Nahrungsmittel verzichtet werden. Normalerweise lassen die Beschwerden dann
sehr schnell nach.
» Achtung, Milchzucker versteckt sich in…
Milch und allen Milchprodukten
Schokolade, Nougaterzeugnissen, Milchspeiseeis
vielen Fertiggerichten, Fertigmischungen (z.B. Flockenpüree, Backmischungen)
vielen Wurst- und Fleischwaren (z.B. Brühwurst, Leberwurst)
Gebäck, zum Teil in Brot und Brötchen (meist helle Sorten)
manchen Gewürzmischungen
Margarine (Zutatenliste beachten)
vielen Medikamenten, Süßstofftabletten, Zahnpasten
» Die richtige Lebensmittelauswahl
Viele Lebensmittel enthalten Laktose, auch wenn es auf den ersten Blick keine Milchprodukte sind.
Dies gilt insbesondere für Instanterzeugnisse wie Kartoffelpüreepulver, Fertigsuppen, Cremes und
Soßen. Daher sollte unbedingt beim Einkauf von Fertigprodukten die Zutatenliste beachtet werden.
Enthält ein Produkt Molken- oder Süßmolkenpulver, muss auch mit einem gewissen Milchzuckergehalt
gerechnet werden, denn Molke ist reich an Milchzucker. Sinnvoll ist es daher, vorübergehend
ganz auf Fertigprodukte zu verzichten. Auch Brühwürste und Leberwurst enthalten unter
Umständen 1-4 Gramm Laktose / 100 g, da zur Zubereitung häufig industriell gefertigte Würzmischungen
verwendet werden.
Milchzucker ist auch in Schokolade, Sahnebonbons, Pralinen und Eiscreme enthalten. Brot und
Backwaren können zum Teil unter Verwendung von Milch, Milchpulver oder Sahne hergestellt
worden sein. Besonders bei einigen Knäckebrotsorten, Milchbrötchen und Kuchen ist Vorsicht
geboten. Es gibt jedoch genügend Lebensmittel, die garantiert laktosefrei sind. Den besten
Überblick behalten Sie, wenn Sie auf naturbelassene Lebensmittel zurückgreifen.
Reifer Käse enthält in der Regel weniger Milchzucker als junger Käse (< 1% gegenüber 3-4%), da die
Milchsäurebakterien einen großen Teil der Laktose verwertet haben. Joghurt mit lebenden
Milchsäurebakterien (also keine hocherhitzten Sorten), ist meist gut bekömmlich, denn diese Keime
unterstützen die Laktoseverdauung. Allgemein werden gesäuerte Milchprodukte besser vertragen
als ungesäuerte. Die Verträglichkeit von Milch und Milchprodukten wird auch durch Ballaststoffe
gesteigert. Die Verweildauer der Nahrung wird erhöht, so dass die Verdauungsenzyme mehr Zeit
zum Nährstoffabbau haben. Ballaststoffreich sind Hülsenfrüchte, Getreide und Vollkornprodukte
sowie viele Gemüse- und Obstsorten.
Wird der Kalziumbedarf bei einer starken Einschränkung des Milchverzehrs gedeckt? Solange
geringe Mengen Milchzucker vertragen werden und somit laktosearme Milchprodukte verzehrt
werden können, ist die Kalziumversorgung gewährleistet. Ansonsten gilt es, häufiger auf andere
Kalziumreiche Lebensmittel zurückzugreifen.
» Auf der sicheren Seite sind Sie mit…
frischem oder gefrorenem Obst und Gemüse (ohne Zusätze)
Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Getreide, Reis, Nudeln
Fleisch, Fisch, Geflügel (ohne Panade)
Eiern, Öl, pflanzlichen Kaffeeweißern
Zucker, Honig, Sirup, Obstkrauten, Konfitüren
Nüssen, Salz, reinen Gewürzen, frischen Kräutern
Soja- und Reisdrink, „Mandelmilch“, Kokosmilch
Wasser, Tee, Kaffee, Obst- und Gemüsesäften
Sobald Ihre Beschwerden erheblich nachgelassen haben, können Sie Ihren Speisezettel mit laktosearmen
Lebensmitteln erweitern. So tasten Sie sich langsam an Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze
heran. Beginnen Sie am besten mit kleinen Mengen milchzuckerarmer Käsesorten oder
Joghurt mit lebenden Kulturen.
» Wenig Milchzucker ist enthalten z. B. in…
Weinkäse, Weißlacker, Limburger, Romadur, Münsterkäse
Chester, Sandwich-Käsepastete
Schafskäse, Mozzarella
Havarti, Butterkäse, Esrom, mittelaltem Gouda
Jerome, Raclette
Sauermilchkäse (Harzer, Mainzer Handkäse)
Speisequark, Hüttenkäse, Butter, Sahne
» Ernährungstipp: Viel Kalzium ist enthalten in…
Einigen Mineralwässern (St. Margarethen- und Elisabethquelle, Rietenauer
Mineralwasser, Förstina Sprudel, Fortuna Quelle, Wildbergquelle, Luisenbrunnen)
Sesam, Amaranth, Leinsaat, Haselnüssen, Feigen
Sojaprodukten, Kichererbsen, weißen Bohnen
Garten- und Brunnenkresse, Grünkohl, Fenchel, Broccoli, Mangold, Spinat,
Porree, Bleichsellerie
» Der Besuch im Restaurant – für immer tabu?
In Restaurants und Kantinen wird häufig mit vorgefertigten Produkten zubereitet, die auch Laktose
als Zusatz enthalten können. Meiden Sie vorsichtshalber solche Speisen, die offensichtlich Laktose
enthalten. Nehmen Sie vorbeugend zur Mahlzeit ein Laktasepräparat (Enzympräparat) ein, das die
Laktoseverdauung unterstützt.
» Was tun bei Säuglingen und Kleinkindern mit Milchzuckerunverträglichkeit?
Ab und zu sind auch Säuglinge und Kleinkinder von einer Laktoseintoleranz betroffen. In sehr
seltenen Fällen besteht diese Unverträglichkeit von Geburt an. Dann wird auch keine Muttermilch
vertragen und es muss auf Ersatzprodukte zurückgegriffen werden. Da herkömmliche
Säuglingsnahrungen und Beikost üblicherweise milchzuckerhaltig sind, muss auf diätetische
Produkte zurückgegriffen werden. Ziehen Sie sicherheitshalber fachliche Hilfe
(Ernährungswissenschaftler) zu Rate.
» Rezepte
Garantiert laktosefreier Brotaufstrich: Pikantes Linsenpüree
100 g rote Linsen unter fließendem Wasser waschen und mit 200 ml Wasser und etwas Bohnenkraut
etwa eine halbe Stunde weichkochen.
Je 1/2 TL Basilikum und Oregano feinschneiden und zu den Linsen geben.
1/4 TL Thymian feinschneiden und ebenfalls dazufügen, mit
1 kleinen Peperonischote, feingeschnitten,
2 EL Tomatenmark, etwas Salz oder Kräutersalz, Cayennepfeffer und Knoblauch würzen.
Die Masse pürieren.
Zucchini-Curry-Reis mit Ananas (4 Portionen)
1 Tasse Naturreis in zwei Tassen Wasser etwa 35 Minuten oder nach Packungsvorschrift leise
köchelnd quellen lassen.
2 El Honig mit 1/2 TL Kurkuma (Gelbwurz), gemahlen und 1 1/2 TL Currypulver verrühren und unter
den Reis mischen.
3 Tassen Zucchini, grob geraspelt, zusammen mit
1 Bund Schnittlauch, grob geschnitten und
1 Tasse Rosinen in wenig Salzwasser drei Minuten garen, abgießen und abtropfen lassen.
Mit der Reismasse vermischen und zum Schluss
3 Tassen frische Ananas, gewürfelt, unterheben.
Heiß servieren.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
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bei Milchzuckerunverträglichkeit
Laktoseintoleranz
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion des Dünndarms soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Der Dünndarm – ein Verdauungs- und Transportsystem
Nachdem bereits im Mund und Magen die Verdauung eingeleitet wurde, gelangt der Speisebrei in
den Dünndarm. Dorthin liefern Bauchspeicheldrüse und Gallenblase ihre Verdauungssekrete. Die
Bauchspeicheldrüse bildet zum einen Hilfsstoffe (Enzyme) zur Kohlenhydrat,- Eiweiß- und Fettverdauung
und zum anderen die Hormone Insulin und Glucagon zur Regulation des Blutzuckerspiegels.
Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und nach
der Aufnahme von Nahrungsfetten in den Dünndarm abgegeben. Die Galle wird zum Abtransport
der Fette vom Darm in den Blutkreislauf benötigt. Die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut ist
durch unzählige, fadenförmige Ausstülpungen (Zotten) vergrößert, um den Abtransport der
Nährstoffe in das Blut zu bewältigen. Auf den Zotten des oberen Dünndarms befinden sich zuckerspaltende
Enzyme (Disaccharidasen), die dafür sorgen, dass Zucker in kleine Untereinheiten
gespalten wird, um dann in den Blutkreislauf transportiert werden zu können. Dieser Transport
(Resorption), auch der anderen Nährstoffe, beginnt im oberen Dünndarm und setzt sich durch den
gesamten Darmtrakt fort. Im Dickdarm werden hauptsächlich Mineralien, Spurenelemente und
Wasser resorbiert.
Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene
Aufgaben erfüllen. Sie schützen uns vor Infektionskrankheiten und liefern der Darmschleimhaut
durch ihre Stoffwechselprodukte wichtige Nährstoffe. Wahrscheinlich tragen sie auch geringfügig
zur Vitaminversorgung bei.
» Die Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker
Von einer Laktoseintoleranz sind etwa 15 bis 20 % der deutschen Erwachsenen betroffen. Bezogen
auf die Weltbevölkerung sind es sogar etwa 90 %, denn die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen,
hängt von der Rassenzugehörigkeit ab. Durchschnittlich werden in Deutschland etwa 25 - 30 g
Milchzucker pro Tag verzehrt. Milchzucker besteht aus zwei Untereinheiten, in die er zunächst
gespalten werden muss, ehe er in das Blut abtransportiert werden kann. Diese Spaltung ist abhängig
von einem biologischen Helfer, dem Enzym Laktase, welches von der Dünndarmschleimhaut
gebildet wird. Wenn die Aktivität dieses milchzuckerspaltenden Enzyms vermindert ist, wird die mit
der Nahrung aufgenommene Laktose nicht oder nur zum Teil gespalten. Anstatt in den Blutkreislauf
zu wandern, bleibt der Milchzucker im Darm zurück und wird durch die dort vorhandenen Mikroben
unter Bildung von Gasen und kurzkettigen Fettsäuren verwertet. Völlegefühl, Blähungen und
Durchfall können die Folge sein. Der Milchzucker zieht Wasser an, so dass der Darminhalt verdünnt
wird. Die Fettsäuren fördern zusätzlich die Darmtätigkeit. Die Toleranzschwelle ist individuell: Einige
Personen entwickeln schon bei einer Aufnahme von 8 g Laktose (enthalten in einem Glas Kuhmilch)
Darmbeschwerden.
Es gibt verschiedene Formen der Laktoseintoleranz:
Die primäre Form ist angeboren und sehr selten. Von Geburt an ist keine aktive Laktase vorhanden,
so dass kein Milchzucker verwertet werden kann.
Die erworbene Milchzuckerunverträglichkeit ist die häufigste Erscheinungsform und tritt mit
zunehmendem Alter häufiger auf. Bei der Geburt ist die Aktivität des milchzuckerspaltenden Enzyms
Laktase üblicherweise sehr hoch. Sie nimmt mit steigendem Lebensalter immer mehr ab. Gerade
ältere Menschen vertragen aus diesem Grund keine großen Mengen Milch und Milchprodukte.
Die sekundäre Intoleranz tritt als Folge einer anderen Grunderkrankung auf, in der Regel immer
dann, wenn die Darmschleimhaut durch entzündliche Vorgänge geschädigt wird (z.B. einheimische
Sprue, Zöliakie, Morbus Crohn). Nach einer erfolgreichen Therapie der Grunderkrankung wird
Milchzucker meist wieder gut vertragen.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Durch das Meiden von Laktose soll der Darm geschont werden. Da die Verträglichkeitsgrenze bei
jedem Menschen unterschiedlich ist und die meisten geringe Mengen an Milchzucker vertragen, ist
nur sehr selten eine laktosefreie Kost (max. 1 g Laktose/Tag) erforderlich. Oft genügt eine Umstellung
auf eine laktosearme Kost (max. 8-10 g Laktose/Tag). Der gesunde Erwachsene kann dagegen
täglich 20-30 g Laktose aufnehmen.
Vorgehensweise
Unmittelbar nach der Diagnosestellung sollte für den Zeitraum von etwa zwei Wochen ganz auf
milchzuckerhaltige Nahrungsmittel verzichtet werden. Normalerweise lassen die Beschwerden dann
sehr schnell nach.
» Achtung, Milchzucker versteckt sich in…
Milch und allen Milchprodukten
Schokolade, Nougaterzeugnissen, Milchspeiseeis
vielen Fertiggerichten, Fertigmischungen (z.B. Flockenpüree, Backmischungen)
vielen Wurst- und Fleischwaren (z.B. Brühwurst, Leberwurst)
Gebäck, zum Teil in Brot und Brötchen (meist helle Sorten)
manchen Gewürzmischungen
Margarine (Zutatenliste beachten)
vielen Medikamenten, Süßstofftabletten, Zahnpasten
» Die richtige Lebensmittelauswahl
Viele Lebensmittel enthalten Laktose, auch wenn es auf den ersten Blick keine Milchprodukte sind.
Dies gilt insbesondere für Instanterzeugnisse wie Kartoffelpüreepulver, Fertigsuppen, Cremes und
Soßen. Daher sollte unbedingt beim Einkauf von Fertigprodukten die Zutatenliste beachtet werden.
Enthält ein Produkt Molken- oder Süßmolkenpulver, muss auch mit einem gewissen Milchzuckergehalt
gerechnet werden, denn Molke ist reich an Milchzucker. Sinnvoll ist es daher, vorübergehend
ganz auf Fertigprodukte zu verzichten. Auch Brühwürste und Leberwurst enthalten unter
Umständen 1-4 Gramm Laktose / 100 g, da zur Zubereitung häufig industriell gefertigte Würzmischungen
verwendet werden.
Milchzucker ist auch in Schokolade, Sahnebonbons, Pralinen und Eiscreme enthalten. Brot und
Backwaren können zum Teil unter Verwendung von Milch, Milchpulver oder Sahne hergestellt
worden sein. Besonders bei einigen Knäckebrotsorten, Milchbrötchen und Kuchen ist Vorsicht
geboten. Es gibt jedoch genügend Lebensmittel, die garantiert laktosefrei sind. Den besten
Überblick behalten Sie, wenn Sie auf naturbelassene Lebensmittel zurückgreifen.
Reifer Käse enthält in der Regel weniger Milchzucker als junger Käse (< 1% gegenüber 3-4%), da die
Milchsäurebakterien einen großen Teil der Laktose verwertet haben. Joghurt mit lebenden
Milchsäurebakterien (also keine hocherhitzten Sorten), ist meist gut bekömmlich, denn diese Keime
unterstützen die Laktoseverdauung. Allgemein werden gesäuerte Milchprodukte besser vertragen
als ungesäuerte. Die Verträglichkeit von Milch und Milchprodukten wird auch durch Ballaststoffe
gesteigert. Die Verweildauer der Nahrung wird erhöht, so dass die Verdauungsenzyme mehr Zeit
zum Nährstoffabbau haben. Ballaststoffreich sind Hülsenfrüchte, Getreide und Vollkornprodukte
sowie viele Gemüse- und Obstsorten.
Wird der Kalziumbedarf bei einer starken Einschränkung des Milchverzehrs gedeckt? Solange
geringe Mengen Milchzucker vertragen werden und somit laktosearme Milchprodukte verzehrt
werden können, ist die Kalziumversorgung gewährleistet. Ansonsten gilt es, häufiger auf andere
Kalziumreiche Lebensmittel zurückzugreifen.
» Auf der sicheren Seite sind Sie mit…
frischem oder gefrorenem Obst und Gemüse (ohne Zusätze)
Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Getreide, Reis, Nudeln
Fleisch, Fisch, Geflügel (ohne Panade)
Eiern, Öl, pflanzlichen Kaffeeweißern
Zucker, Honig, Sirup, Obstkrauten, Konfitüren
Nüssen, Salz, reinen Gewürzen, frischen Kräutern
Soja- und Reisdrink, „Mandelmilch“, Kokosmilch
Wasser, Tee, Kaffee, Obst- und Gemüsesäften
Sobald Ihre Beschwerden erheblich nachgelassen haben, können Sie Ihren Speisezettel mit laktosearmen
Lebensmitteln erweitern. So tasten Sie sich langsam an Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze
heran. Beginnen Sie am besten mit kleinen Mengen milchzuckerarmer Käsesorten oder
Joghurt mit lebenden Kulturen.
» Wenig Milchzucker ist enthalten z. B. in…
Weinkäse, Weißlacker, Limburger, Romadur, Münsterkäse
Chester, Sandwich-Käsepastete
Schafskäse, Mozzarella
Havarti, Butterkäse, Esrom, mittelaltem Gouda
Jerome, Raclette
Sauermilchkäse (Harzer, Mainzer Handkäse)
Speisequark, Hüttenkäse, Butter, Sahne
» Ernährungstipp: Viel Kalzium ist enthalten in…
Einigen Mineralwässern (St. Margarethen- und Elisabethquelle, Rietenauer
Mineralwasser, Förstina Sprudel, Fortuna Quelle, Wildbergquelle, Luisenbrunnen)
Sesam, Amaranth, Leinsaat, Haselnüssen, Feigen
Sojaprodukten, Kichererbsen, weißen Bohnen
Garten- und Brunnenkresse, Grünkohl, Fenchel, Broccoli, Mangold, Spinat,
Porree, Bleichsellerie
» Der Besuch im Restaurant – für immer tabu?
In Restaurants und Kantinen wird häufig mit vorgefertigten Produkten zubereitet, die auch Laktose
als Zusatz enthalten können. Meiden Sie vorsichtshalber solche Speisen, die offensichtlich Laktose
enthalten. Nehmen Sie vorbeugend zur Mahlzeit ein Laktasepräparat (Enzympräparat) ein, das die
Laktoseverdauung unterstützt.
» Was tun bei Säuglingen und Kleinkindern mit Milchzuckerunverträglichkeit?
Ab und zu sind auch Säuglinge und Kleinkinder von einer Laktoseintoleranz betroffen. In sehr
seltenen Fällen besteht diese Unverträglichkeit von Geburt an. Dann wird auch keine Muttermilch
vertragen und es muss auf Ersatzprodukte zurückgegriffen werden. Da herkömmliche
Säuglingsnahrungen und Beikost üblicherweise milchzuckerhaltig sind, muss auf diätetische
Produkte zurückgegriffen werden. Ziehen Sie sicherheitshalber fachliche Hilfe
(Ernährungswissenschaftler) zu Rate.
» Rezepte
Garantiert laktosefreier Brotaufstrich: Pikantes Linsenpüree
100 g rote Linsen unter fließendem Wasser waschen und mit 200 ml Wasser und etwas Bohnenkraut
etwa eine halbe Stunde weichkochen.
Je 1/2 TL Basilikum und Oregano feinschneiden und zu den Linsen geben.
1/4 TL Thymian feinschneiden und ebenfalls dazufügen, mit
1 kleinen Peperonischote, feingeschnitten,
2 EL Tomatenmark, etwas Salz oder Kräutersalz, Cayennepfeffer und Knoblauch würzen.
Die Masse pürieren.
Zucchini-Curry-Reis mit Ananas (4 Portionen)
1 Tasse Naturreis in zwei Tassen Wasser etwa 35 Minuten oder nach Packungsvorschrift leise
köchelnd quellen lassen.
2 El Honig mit 1/2 TL Kurkuma (Gelbwurz), gemahlen und 1 1/2 TL Currypulver verrühren und unter
den Reis mischen.
3 Tassen Zucchini, grob geraspelt, zusammen mit
1 Bund Schnittlauch, grob geschnitten und
1 Tasse Rosinen in wenig Salzwasser drei Minuten garen, abgießen und abtropfen lassen.
Mit der Reismasse vermischen und zum Schluss
3 Tassen frische Ananas, gewürfelt, unterheben.
Heiß servieren.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Übersäuerung, Säure Basen
Die Ernährung für einen ausgeglichenen
Säure-Basen-Haushalt
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen einer den Säure-Basen-Haushalt ausgleichenden
Ernährungsweise vertraut machen. Eine kurze Einführung über Ursachen und Folgen einer
säureüberschüssigen Ernährung soll Ihnen verständlich machen, warum und wie eine Ernährungsumstellung
durchzuführen ist. Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
Das Säure-Basen-Verhältnis
Der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers ist von zentraler Bedeutung für Gesundheit und
Wohlbefinden. Er sichert den optimalen Ablauf wichtiger physiologischer Vorgänge im menschlichen Körper
wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Ausscheidung, Abwehrkraft und Hormonhaushalt. Durch die heutigen
Veränderungen von Ernährungsweise, Lebens- und Umweltbedingungen wird das optimale Gleichgewicht
des Säure-Basen-Haushaltes gestört. Die vermehrte Aufnahme säurespendender und -erzeugender Nahrung,
die geringe Aufnahme von basenspendender Nahrung sowie eine mangelhafte Ausscheidung von Säuren
durch Bewegungsmangel, Flüssigkeitsdefizite und mangelhaftes Schwitzen führen zu einer Übersäuerung
des Gewebes. Durch Umweltbelastungen wie „sauren“ Regen enthalten die Nahrungsmittel weniger
basenbildende Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch durch Stress und Hektik bestimmte Lebensweisen
fördern eine vermehrte Säurebelastung des Organismus.
» Die häufigsten Ursachen einer Übersäuerung
säurehaltige bzw. säurebildende Nahrung
Lebensführung
Genussmittel
Fast Food
Umweltgifte, Nikotin
basenarme Nahrungsmittel (durch sauren Regen)
Bewegungsmangel
Stress
Eiweißabbau im Stoffwechsel
chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus
Verdauungsstörungen
» Was versteht man unter dem Säure-Basen-Haushalt?
Der menschliche Organismus ist täglich einer Menge von Säuren und Basen ausgesetzt. Sie befinden
sich in einem bestimmten Verhältnis zueinander, wobei die basischen Komponenten überwiegen.
Ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis im menschlichen Organismus spielt eine wesentliche
Rolle im Ablauf der meisten Stoffwechselvorgänge. Das heißt: Damit alle im Körper ablaufenden
Stoffwechselvorgänge, optimal funktionieren, wird ein relativ konstanter pH-Wert (von 7,35 bis 7,45)
im Blut und im Inneren der Körperzellen gebraucht. Um diesen lebensnotwendigen pH-Wert
des Blutes sicherzustellen, verfügt der Körper über mehrere Möglichkeiten, auf einen kurzzeitigen
Überschuss an Säure zu reagieren. Hierzu gehören die Säureausscheidung über Niere, Darm und
Haut sowie die Puffersysteme von Blut, Lungen, Leber, Nieren und Darm. Zusätzlich wird das
Bindegewebe als Säuredepot genutzt sowie die Muskeln und Gelenke.
Säuren fallen als Abbauprodukte an und werden dem Körper von außen zugeführt. Sie werden
ausgeschieden oder im Bindegewebe gelagert. Eine latente oder chronische Azidose beschreibt den
Zustand einer verminderten Puffer- und einer begrenzten Lagerfähigkeit von Säuren; der pH-Wert
des Blutes ist immer noch in einem konstanten leicht basischen Bereich. Erst wenn die Kapazität der
Pufferung und Lagerung überschüssiger Säuren erschöpft ist, geraten lebensnotwendige Vorgänge
im Körper in Gefahr. Dies geschieht nur unter extremen Bedingungen.
» Definitionen
Säuren sind chemische Verbindungen, die das „saure Wasserstoffatom“ enthalten und in
einer Flüssigkeit abspalten; ihre Gegenspieler, die Basen, enthalten eine Hydroxylgruppe
(OH). Bei der Verbindung von Säuren und Basen entstehen neutrale Salze.
Der pH-Wert wird in einer Skala von 0 bis 7 im sauren Bereich und von 7 bis 14 im
alkalischen bzw. basischen Bereich erfasst.
Puffersysteme im Blut gleichen plötzliche Säureschwankungen des Körpers aus, indem sie
basische Substanzen zur Neutralisation bereitstellen.
Säurebildende Elemente sind: Chlor, Phosphor und Schwefel; basenbildend wirken
Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium.
» Folgen einer Übersäuerung
Unwohlsein
Erschöpfung
Muskelverspannung
Rücken- und Nackenschmerzen
Hautleiden
Cellulitis
Vitalstoffmangel
chronische Erkrankungen wie Gicht, Polyarthritis, Osteoporose
» Beeinträchtigung sportlicher Leistungen
Bei starker körperlicher und sportlicher Belastung wird infolge der Muskeltätigkeit verstärkt Milchsäure
gebildet. Der vermehrte Anfall der Säuren muss dann mit basischen Mineralstoffen und
Spurenelementen neutralisiert werden.
Liegt bereits eine latente Säurebelastung des Gewebes vor, dann reichen die vorhandenen
basischen Substanzen nicht aus. Es kommt schnell zur Säureüberlastung von Muskulatur und Bindegewebe.
Die Folge davon sind frühzeitige Leistungseinbrüche und Muskelkater nach dem Sport, die
überschüssigen Säuren führen zu einer Verhärtung von Muskulatur und Bindegewebe. Es kommt zu
Verspannungen und Schmerzen; die Verletzungsanfälligkeit steigt rapide an.
Um Leistungseinbrüche und Verletzungen zu vermeiden, muss deshalb auf eine ausreichende
Zufuhr von basischen Stoffen mit der Nahrung und gegebenenfalls auf eine Ergänzung mit
basischen Mineralsalzen geachtet werden.
» Die Bedeutung der Ernährungsumstellung
Die Ernährung ist – neben einer gesunden Lebensführung – die Basis für ein ausgeglichenes Säure-
Basen-Verhältnis im Körper. Darüber hinaus dient sie als Therapie, um bereits vorhandene
Störungen im Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
Bei einer latenten oder chronischen Azidose des Körpers sollte die Ernährung konsequent
umgestellt werden. Durch die Zufuhr vermehrter Basen-Anteile in der Nahrung können die
überschüssigen Säuren im Bindegewebe aus dem Körper gelöst und ausgeschieden werden. Die
säurebildenden Nahrungsmittel, wie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Süßigkeiten, sowie Kaffee und
Alkohol sind stark einzuschränken; die basenbildenden Nahrungsmittel, wie Gemüse, Kartoffel und
Obst, sollten dagegen besonders reichlich verzehrt werden.
» Die gängigen Ernährungsfehler
zu schnell
zu viel
zu oft
zu viel schwer Verdauliches
zu spät abends
keine Fastenpause = Erholungspause für den belasteten Darm
» Der Einfluss der Verdauungskraft
Funktionieren die Verdauungsleistung und/oder die Darmfunktion nicht richtig, kann die beste
basische Ernährung das Gegenteil bewirken. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten (wie Zucker
oder zuviel Rohkost) fördern Gärungsvorgänge im Darm und erzeugen trotz einer basenreichen
Ernährungsweise ein Übermaß an Säuren. Durch hastiges Essen und eine ungenügende Kauleistung
wird die Verdauung der Nahrung nur unzureichend durchgeführt. Magensäfte und die Verdauungsenzyme
sind in ihrer Funktion eingeschränkt. Unverdaute Nahrung führt zu Sodbrennen und
Übersäuerung im Magen sowie zu Gärungsgasen im Darm. Sie belastet so das Säure-Basen-
Gleichgewicht.
Neben einer ausgewogenen basenüberschüssigen Ernährung ist es wichtig, auf eine gesunde
Lebensführung zu achten – mit ausreichender Bewegung an der frischen Luft und mit
Erholungsphasen.
» Tipp
Durch moderate körperliche Bewegung kann die Säureausscheidung unterstützt werden. Auch Kalt-
Warm-Reize, wie Wechselduschen, warme Bäder und Sauna, sind zu empfehlen, sowie viel frische
Luft, ausreichender Schlaf und die Verringerung von körperlichem und seelischem Stress.
» Praktische Hinweise
Idealerweise sollten etwa 80% der Nahrungsmittel basisch bzw. neutral und nur 20% sauer sein.
Dabei sollten Nahrungsmittel der basenspendenden mit der säurespendenden Gruppe entsprechend
kombiniert werden.
Es sollte viel Gemüse, Kartoffeln und Obst verzehrt werden; in Fällen von schwerer
Übersäuerung ist jedoch jedes Rohkostgemüse, vor allem Kohlarten, streng zu meiden.
Empfehlenswert sind tägliche Basensuppen.
Empfohlen wird eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 2-3 Litern, da die ausreichende
Trinkmenge die Säureausscheidung über die Nieren erhöht. Geeignet sind calcium- und
magnesiumreiche Mineralwässer ohne Kohlensäure, Basenbrühen, schwarzer
Johannisbeersaft, Apfel- und Zitrussäfte sowie Frucht- und Kräutertees.
Es sollten mehr Vollwertprodukte als Weißmehlprodukte verzehrt werden.
Vollwertige Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau sind zu bevorzugen.
Es sollten weniger Fleisch und Fleischwaren, dafür mehr Fisch gegessen werden.
Empfohlen werden mehrere, nicht zu große Mahlzeiten über den Tag verteilt, die langsam
und gründlich gekaut werden sollten.
Die Mahlzeit am Abend sollte leicht und nicht zu viel sein. Salate, frisches Obst und
Obstsäfte sollten nicht zu spät am Abend gegessen werden.
Die Nahrungsmittel sollten gut verträglich sein.
Säurebildende Lebensmittel, wie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier sowie „Weißmehl“-Produkte und
Süßigkeiten, begünstigen eine vermehrte Säurebelastung.
Fast-Food sollte gemieden werden.
Ein übermäßiger Konsum an Alkohol, Nikotin und Kaffee sollte auf jeden Fall vermieden
werden.
Auch der Verzehr von zuckerhaltigen Limonaden sollte reduziert werden; denn diese
Genussmittel sind sehr säurereich bzw. säurebildend.
» Säure-Basen-Tabelle der Ernährung
1. Basenspendende Nahrungsmittel - sehr empfehlenswert!
Kartoffeln (besonders Pellkartoffeln), Kartoffelpresssaft (frisch), Milch (roh), Vorzugsmilch, Sahne, Blattgemüse
(z. B. Salate, Spinat), Wurzelgemüse (z. B. Karotten), Gemüsefrüchte (Tomate, Gurke, Kürbis usw.), Gemüsesuppen
(Basensuppen), Sprossen, Zwiebel, Knoblauch, Sojabohnen, Kastanien, Obst, auch Dörrobst, Mandeln
(Mandelmilch), Wildkräuter: Löwenzahn, Brennnessel u.a., Gewürzkräuter: Kresse, Petersilie, Schnittlauch,
Majoran, Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano u. a., Eigelb, Mineralwasser ohne Kohlensäure
2. Neutrale Nahrungsmittel - empfehlenswert!
Hirse, Naturreis, Leitungswasser, naturbelassene Fette und Öle, Butter, frische Walnüsse, Kombinationen aus
der ersten und dritten Gruppe
3. Säurespendende und säureerzeugende Nahrungsmittel - weniger empfehlenswert!
Säurespender:
Fleisch, Geflügel, Wild, Wurst, Speck, Innereien (Leber, Nieren, Hirn), Fleischbrühe, Fisch, Käse, Quark, Ei (Eiweiß
ist säureüberschüssig, Eigelb allein ist basisch), Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnüsse, usw.
(Ausnahme: Sojabohnen), Spargel, unreif geerntetes Obst, Erdnüsse, Essig, Senf, stark kohlensäurehaltige
Getränke, Sekt, verschiedene Industriegetränke, Vollwertgetreide (am wenigsten Hafer, Dinkel, Hirse)
Säureerzeuger:
Fabrikzucker, Süßigkeiten, Konfekt, Schokolade, süße Torten, Speiseeis, Weißmehlprodukte, Teigwaren,
Nudeln, Makkaroni, Zwieback, Kuchen, geschälte und polierte Getreide, polierter Reis, weiße bis graue Brote,
gehärtete, raffinierte Fette und Öle, gehärtete Margarinen, Bohnenkaffee, Limonadengetränke (Cola usw.),
Alkohol, Bier (am wenigsten)
Die Tabelle dient als Orientierung bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten; der Gehalt an basischen Mineralien variiert je nach Anbaumethode,
Reifungsgrad und Zubereitungsart der Nahrungsmittel. Wichtig ist auch, wie, wie viel und wann etwas gegessen wird. Ein Verdauungssystem,
das ständig überlastet wird, fördert die vermehrte Entstehung von Säuren.
» Basenspendende Kost für einen Tag
Frühstücken Sie reichhaltig und möglichst vollwertig.
Essen Sie täglich 2 Portionen reifes Obst, aber nicht nach 15 Uhr.
Essen Sie täglich Basensuppen und viel Gemüse.
Essen Sie mittags täglich einen frischen Salat mit guten kaltgepressten Ölen.
Essen Sie am Abend Gemüsesuppen, Pellkartoffeln und Gemüsegerichte, jedoch keine
Rohkost.
Essen Sie selten Fleisch und Fisch, wenn dann nur kleine Portionen.
Die besten Basenlieferanten sind Kräutertees, Mineralwässer ohne Kohlensäure, Gemüse,
Salate, Obst und Sprossen.
Tipp: Zum Ausgleich der wertvollen säureüberschüssigen Nahrungsmittel, wie Fisch und Fleisch,
eignen sich Basensuppen, Apfel-Karotten-Mix-Vorspeisen sowie Pellkartoffeln, Salat und
Gemüse besonders gut
» Entlastungstage
Durch regelmäßige bzw. gelegentliche Entlastungstage, wie Gemüse- oder Kartoffeltage, kann ein
bereits vorhandener Säureüberschuss oder ein gelegentlich zu schweres Essen ausgeglichen
werden. Auch ein Fasten-Wochenende trägt zu einem vermehrten Säureabbau bei.
» Rezepte
Entlastungstag mit Kartoffeln
Morgens: 1 Stück Obst nach Geschmack, aber gedämpft, Portion mit kleinen Bissen langsam essen.
Mittags: 400 g Pellkartoffeln mit basischem Gemüse (Sellerie, Karotten, Fenchel) oder mit
Blattsalat, Petersilie oder Kartoffelbrei
Abends: 200 g Backkartoffeln mit Butter oder Kartoffelbratlingen
Basen-Gemüse-Brühe
(4 Personen oder über den Tag verteilt als Entschlackungstag 2 Portionen)
500-700 g Gemüse nach Jahreszeit gemischt, z. B.: Karotten, Sellerieknollen, Fenchel, Petersilienwurzel
gut reinigen, zerkleinern, und in den Kochtopf geben. Mit 1 L Wasser aufgießen und mit 1
Zwiebel, 2 Lorbeerblättern, 2 Gewürznelken, 2-3 Pimentkörnern, Wachholderbeeren, Muskatnuss
und Meersalz ca. 20 min köcheln lassen, durch ein Sieb passieren.
Diese Brühe wird getrunken oder dient als Grundlage für andere Gerichte.
Als bündige Suppe verfeinert:
Mit dem Mixer die Gemüsebrühe samt Gemüse pürieren und 3 EL Sauerrahm und 2 TL frische
Kräuter, Petersilie, Schnittlauch und Kresse unterrühren.
Blutreinigungstee (nach Worlitschek)
Lindenblüten, Fenchel, Scharfgarbe, Gänsefingerkraut, Melisse, Salbei, Zinnkraut zu gleichen Teilen
zu je 20 g mischen und für 1 Liter ca. 1 gehäuften TL 3 min ziehen lassen; es sollte ein „heller“ Tee
werden.
Entsäuerungs-Teemischung
2 TL Ackerschachtelhalm, 2 TL Brennnesselkraut, 1 TL Kamillenblüten, 1 TL Fenchelsamen
(geschrotet), 1/2 TL Brunnenkresse mit 1 L kochendem Wasser überbrühen und nach etwa 6 min
abseihen.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
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Säure-Basen-Haushalt
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen einer den Säure-Basen-Haushalt ausgleichenden
Ernährungsweise vertraut machen. Eine kurze Einführung über Ursachen und Folgen einer
säureüberschüssigen Ernährung soll Ihnen verständlich machen, warum und wie eine Ernährungsumstellung
durchzuführen ist. Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
Das Säure-Basen-Verhältnis
Der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers ist von zentraler Bedeutung für Gesundheit und
Wohlbefinden. Er sichert den optimalen Ablauf wichtiger physiologischer Vorgänge im menschlichen Körper
wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Ausscheidung, Abwehrkraft und Hormonhaushalt. Durch die heutigen
Veränderungen von Ernährungsweise, Lebens- und Umweltbedingungen wird das optimale Gleichgewicht
des Säure-Basen-Haushaltes gestört. Die vermehrte Aufnahme säurespendender und -erzeugender Nahrung,
die geringe Aufnahme von basenspendender Nahrung sowie eine mangelhafte Ausscheidung von Säuren
durch Bewegungsmangel, Flüssigkeitsdefizite und mangelhaftes Schwitzen führen zu einer Übersäuerung
des Gewebes. Durch Umweltbelastungen wie „sauren“ Regen enthalten die Nahrungsmittel weniger
basenbildende Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch durch Stress und Hektik bestimmte Lebensweisen
fördern eine vermehrte Säurebelastung des Organismus.
» Die häufigsten Ursachen einer Übersäuerung
säurehaltige bzw. säurebildende Nahrung
Lebensführung
Genussmittel
Fast Food
Umweltgifte, Nikotin
basenarme Nahrungsmittel (durch sauren Regen)
Bewegungsmangel
Stress
Eiweißabbau im Stoffwechsel
chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus
Verdauungsstörungen
» Was versteht man unter dem Säure-Basen-Haushalt?
Der menschliche Organismus ist täglich einer Menge von Säuren und Basen ausgesetzt. Sie befinden
sich in einem bestimmten Verhältnis zueinander, wobei die basischen Komponenten überwiegen.
Ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis im menschlichen Organismus spielt eine wesentliche
Rolle im Ablauf der meisten Stoffwechselvorgänge. Das heißt: Damit alle im Körper ablaufenden
Stoffwechselvorgänge, optimal funktionieren, wird ein relativ konstanter pH-Wert (von 7,35 bis 7,45)
im Blut und im Inneren der Körperzellen gebraucht. Um diesen lebensnotwendigen pH-Wert
des Blutes sicherzustellen, verfügt der Körper über mehrere Möglichkeiten, auf einen kurzzeitigen
Überschuss an Säure zu reagieren. Hierzu gehören die Säureausscheidung über Niere, Darm und
Haut sowie die Puffersysteme von Blut, Lungen, Leber, Nieren und Darm. Zusätzlich wird das
Bindegewebe als Säuredepot genutzt sowie die Muskeln und Gelenke.
Säuren fallen als Abbauprodukte an und werden dem Körper von außen zugeführt. Sie werden
ausgeschieden oder im Bindegewebe gelagert. Eine latente oder chronische Azidose beschreibt den
Zustand einer verminderten Puffer- und einer begrenzten Lagerfähigkeit von Säuren; der pH-Wert
des Blutes ist immer noch in einem konstanten leicht basischen Bereich. Erst wenn die Kapazität der
Pufferung und Lagerung überschüssiger Säuren erschöpft ist, geraten lebensnotwendige Vorgänge
im Körper in Gefahr. Dies geschieht nur unter extremen Bedingungen.
» Definitionen
Säuren sind chemische Verbindungen, die das „saure Wasserstoffatom“ enthalten und in
einer Flüssigkeit abspalten; ihre Gegenspieler, die Basen, enthalten eine Hydroxylgruppe
(OH). Bei der Verbindung von Säuren und Basen entstehen neutrale Salze.
Der pH-Wert wird in einer Skala von 0 bis 7 im sauren Bereich und von 7 bis 14 im
alkalischen bzw. basischen Bereich erfasst.
Puffersysteme im Blut gleichen plötzliche Säureschwankungen des Körpers aus, indem sie
basische Substanzen zur Neutralisation bereitstellen.
Säurebildende Elemente sind: Chlor, Phosphor und Schwefel; basenbildend wirken
Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium.
» Folgen einer Übersäuerung
Unwohlsein
Erschöpfung
Muskelverspannung
Rücken- und Nackenschmerzen
Hautleiden
Cellulitis
Vitalstoffmangel
chronische Erkrankungen wie Gicht, Polyarthritis, Osteoporose
» Beeinträchtigung sportlicher Leistungen
Bei starker körperlicher und sportlicher Belastung wird infolge der Muskeltätigkeit verstärkt Milchsäure
gebildet. Der vermehrte Anfall der Säuren muss dann mit basischen Mineralstoffen und
Spurenelementen neutralisiert werden.
Liegt bereits eine latente Säurebelastung des Gewebes vor, dann reichen die vorhandenen
basischen Substanzen nicht aus. Es kommt schnell zur Säureüberlastung von Muskulatur und Bindegewebe.
Die Folge davon sind frühzeitige Leistungseinbrüche und Muskelkater nach dem Sport, die
überschüssigen Säuren führen zu einer Verhärtung von Muskulatur und Bindegewebe. Es kommt zu
Verspannungen und Schmerzen; die Verletzungsanfälligkeit steigt rapide an.
Um Leistungseinbrüche und Verletzungen zu vermeiden, muss deshalb auf eine ausreichende
Zufuhr von basischen Stoffen mit der Nahrung und gegebenenfalls auf eine Ergänzung mit
basischen Mineralsalzen geachtet werden.
» Die Bedeutung der Ernährungsumstellung
Die Ernährung ist – neben einer gesunden Lebensführung – die Basis für ein ausgeglichenes Säure-
Basen-Verhältnis im Körper. Darüber hinaus dient sie als Therapie, um bereits vorhandene
Störungen im Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
Bei einer latenten oder chronischen Azidose des Körpers sollte die Ernährung konsequent
umgestellt werden. Durch die Zufuhr vermehrter Basen-Anteile in der Nahrung können die
überschüssigen Säuren im Bindegewebe aus dem Körper gelöst und ausgeschieden werden. Die
säurebildenden Nahrungsmittel, wie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Süßigkeiten, sowie Kaffee und
Alkohol sind stark einzuschränken; die basenbildenden Nahrungsmittel, wie Gemüse, Kartoffel und
Obst, sollten dagegen besonders reichlich verzehrt werden.
» Die gängigen Ernährungsfehler
zu schnell
zu viel
zu oft
zu viel schwer Verdauliches
zu spät abends
keine Fastenpause = Erholungspause für den belasteten Darm
» Der Einfluss der Verdauungskraft
Funktionieren die Verdauungsleistung und/oder die Darmfunktion nicht richtig, kann die beste
basische Ernährung das Gegenteil bewirken. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten (wie Zucker
oder zuviel Rohkost) fördern Gärungsvorgänge im Darm und erzeugen trotz einer basenreichen
Ernährungsweise ein Übermaß an Säuren. Durch hastiges Essen und eine ungenügende Kauleistung
wird die Verdauung der Nahrung nur unzureichend durchgeführt. Magensäfte und die Verdauungsenzyme
sind in ihrer Funktion eingeschränkt. Unverdaute Nahrung führt zu Sodbrennen und
Übersäuerung im Magen sowie zu Gärungsgasen im Darm. Sie belastet so das Säure-Basen-
Gleichgewicht.
Neben einer ausgewogenen basenüberschüssigen Ernährung ist es wichtig, auf eine gesunde
Lebensführung zu achten – mit ausreichender Bewegung an der frischen Luft und mit
Erholungsphasen.
» Tipp
Durch moderate körperliche Bewegung kann die Säureausscheidung unterstützt werden. Auch Kalt-
Warm-Reize, wie Wechselduschen, warme Bäder und Sauna, sind zu empfehlen, sowie viel frische
Luft, ausreichender Schlaf und die Verringerung von körperlichem und seelischem Stress.
» Praktische Hinweise
Idealerweise sollten etwa 80% der Nahrungsmittel basisch bzw. neutral und nur 20% sauer sein.
Dabei sollten Nahrungsmittel der basenspendenden mit der säurespendenden Gruppe entsprechend
kombiniert werden.
Es sollte viel Gemüse, Kartoffeln und Obst verzehrt werden; in Fällen von schwerer
Übersäuerung ist jedoch jedes Rohkostgemüse, vor allem Kohlarten, streng zu meiden.
Empfehlenswert sind tägliche Basensuppen.
Empfohlen wird eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 2-3 Litern, da die ausreichende
Trinkmenge die Säureausscheidung über die Nieren erhöht. Geeignet sind calcium- und
magnesiumreiche Mineralwässer ohne Kohlensäure, Basenbrühen, schwarzer
Johannisbeersaft, Apfel- und Zitrussäfte sowie Frucht- und Kräutertees.
Es sollten mehr Vollwertprodukte als Weißmehlprodukte verzehrt werden.
Vollwertige Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau sind zu bevorzugen.
Es sollten weniger Fleisch und Fleischwaren, dafür mehr Fisch gegessen werden.
Empfohlen werden mehrere, nicht zu große Mahlzeiten über den Tag verteilt, die langsam
und gründlich gekaut werden sollten.
Die Mahlzeit am Abend sollte leicht und nicht zu viel sein. Salate, frisches Obst und
Obstsäfte sollten nicht zu spät am Abend gegessen werden.
Die Nahrungsmittel sollten gut verträglich sein.
Säurebildende Lebensmittel, wie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier sowie „Weißmehl“-Produkte und
Süßigkeiten, begünstigen eine vermehrte Säurebelastung.
Fast-Food sollte gemieden werden.
Ein übermäßiger Konsum an Alkohol, Nikotin und Kaffee sollte auf jeden Fall vermieden
werden.
Auch der Verzehr von zuckerhaltigen Limonaden sollte reduziert werden; denn diese
Genussmittel sind sehr säurereich bzw. säurebildend.
» Säure-Basen-Tabelle der Ernährung
1. Basenspendende Nahrungsmittel - sehr empfehlenswert!
Kartoffeln (besonders Pellkartoffeln), Kartoffelpresssaft (frisch), Milch (roh), Vorzugsmilch, Sahne, Blattgemüse
(z. B. Salate, Spinat), Wurzelgemüse (z. B. Karotten), Gemüsefrüchte (Tomate, Gurke, Kürbis usw.), Gemüsesuppen
(Basensuppen), Sprossen, Zwiebel, Knoblauch, Sojabohnen, Kastanien, Obst, auch Dörrobst, Mandeln
(Mandelmilch), Wildkräuter: Löwenzahn, Brennnessel u.a., Gewürzkräuter: Kresse, Petersilie, Schnittlauch,
Majoran, Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano u. a., Eigelb, Mineralwasser ohne Kohlensäure
2. Neutrale Nahrungsmittel - empfehlenswert!
Hirse, Naturreis, Leitungswasser, naturbelassene Fette und Öle, Butter, frische Walnüsse, Kombinationen aus
der ersten und dritten Gruppe
3. Säurespendende und säureerzeugende Nahrungsmittel - weniger empfehlenswert!
Säurespender:
Fleisch, Geflügel, Wild, Wurst, Speck, Innereien (Leber, Nieren, Hirn), Fleischbrühe, Fisch, Käse, Quark, Ei (Eiweiß
ist säureüberschüssig, Eigelb allein ist basisch), Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnüsse, usw.
(Ausnahme: Sojabohnen), Spargel, unreif geerntetes Obst, Erdnüsse, Essig, Senf, stark kohlensäurehaltige
Getränke, Sekt, verschiedene Industriegetränke, Vollwertgetreide (am wenigsten Hafer, Dinkel, Hirse)
Säureerzeuger:
Fabrikzucker, Süßigkeiten, Konfekt, Schokolade, süße Torten, Speiseeis, Weißmehlprodukte, Teigwaren,
Nudeln, Makkaroni, Zwieback, Kuchen, geschälte und polierte Getreide, polierter Reis, weiße bis graue Brote,
gehärtete, raffinierte Fette und Öle, gehärtete Margarinen, Bohnenkaffee, Limonadengetränke (Cola usw.),
Alkohol, Bier (am wenigsten)
Die Tabelle dient als Orientierung bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten; der Gehalt an basischen Mineralien variiert je nach Anbaumethode,
Reifungsgrad und Zubereitungsart der Nahrungsmittel. Wichtig ist auch, wie, wie viel und wann etwas gegessen wird. Ein Verdauungssystem,
das ständig überlastet wird, fördert die vermehrte Entstehung von Säuren.
» Basenspendende Kost für einen Tag
Frühstücken Sie reichhaltig und möglichst vollwertig.
Essen Sie täglich 2 Portionen reifes Obst, aber nicht nach 15 Uhr.
Essen Sie täglich Basensuppen und viel Gemüse.
Essen Sie mittags täglich einen frischen Salat mit guten kaltgepressten Ölen.
Essen Sie am Abend Gemüsesuppen, Pellkartoffeln und Gemüsegerichte, jedoch keine
Rohkost.
Essen Sie selten Fleisch und Fisch, wenn dann nur kleine Portionen.
Die besten Basenlieferanten sind Kräutertees, Mineralwässer ohne Kohlensäure, Gemüse,
Salate, Obst und Sprossen.
Tipp: Zum Ausgleich der wertvollen säureüberschüssigen Nahrungsmittel, wie Fisch und Fleisch,
eignen sich Basensuppen, Apfel-Karotten-Mix-Vorspeisen sowie Pellkartoffeln, Salat und
Gemüse besonders gut
» Entlastungstage
Durch regelmäßige bzw. gelegentliche Entlastungstage, wie Gemüse- oder Kartoffeltage, kann ein
bereits vorhandener Säureüberschuss oder ein gelegentlich zu schweres Essen ausgeglichen
werden. Auch ein Fasten-Wochenende trägt zu einem vermehrten Säureabbau bei.
» Rezepte
Entlastungstag mit Kartoffeln
Morgens: 1 Stück Obst nach Geschmack, aber gedämpft, Portion mit kleinen Bissen langsam essen.
Mittags: 400 g Pellkartoffeln mit basischem Gemüse (Sellerie, Karotten, Fenchel) oder mit
Blattsalat, Petersilie oder Kartoffelbrei
Abends: 200 g Backkartoffeln mit Butter oder Kartoffelbratlingen
Basen-Gemüse-Brühe
(4 Personen oder über den Tag verteilt als Entschlackungstag 2 Portionen)
500-700 g Gemüse nach Jahreszeit gemischt, z. B.: Karotten, Sellerieknollen, Fenchel, Petersilienwurzel
gut reinigen, zerkleinern, und in den Kochtopf geben. Mit 1 L Wasser aufgießen und mit 1
Zwiebel, 2 Lorbeerblättern, 2 Gewürznelken, 2-3 Pimentkörnern, Wachholderbeeren, Muskatnuss
und Meersalz ca. 20 min köcheln lassen, durch ein Sieb passieren.
Diese Brühe wird getrunken oder dient als Grundlage für andere Gerichte.
Als bündige Suppe verfeinert:
Mit dem Mixer die Gemüsebrühe samt Gemüse pürieren und 3 EL Sauerrahm und 2 TL frische
Kräuter, Petersilie, Schnittlauch und Kresse unterrühren.
Blutreinigungstee (nach Worlitschek)
Lindenblüten, Fenchel, Scharfgarbe, Gänsefingerkraut, Melisse, Salbei, Zinnkraut zu gleichen Teilen
zu je 20 g mischen und für 1 Liter ca. 1 gehäuften TL 3 min ziehen lassen; es sollte ein „heller“ Tee
werden.
Entsäuerungs-Teemischung
2 TL Ackerschachtelhalm, 2 TL Brennnesselkraut, 1 TL Kamillenblüten, 1 TL Fenchelsamen
(geschrotet), 1/2 TL Brunnenkresse mit 1 L kochendem Wasser überbrühen und nach etwa 6 min
abseihen.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Darmpilz, Candida
Richtig essen und trinken bei einer
Pilzinfektion des Darmes
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über das
Verdauungssystem soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen sollen Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Pilze im Darm – geduldet, aber nicht erwünscht
Im menschlichen Darm leben Billionen von Mikroorganismen. Die meisten von ihnen sind Bakterien,
es sind aber auch häufig Pilze darunter. Während die Bakterien wichtige Aufgaben erfüllen (z.B.
Unterstützung der Abwehrfunktionen), werden die Pilze nicht benötigt. Sie werden lediglich
geduldet. Einige von ihnen können pathogene (krankmachende) Eigenschaften haben. Candida
albicans („weiße Hefe“) gehört beispielsweise dazu. Wenn sich solche Krankheitserreger stark
vermehren, können Beschwerden wie Blähungen, Durchfälle, manchmal aber auch Verstopfung
auftreten. Oft muss auch mit Juckreiz der betroffenen Haut- oder Schleimhautoberflächen gerechnet
werden. Noch nicht sehr lange bekannt ist die Tatsache, dass pathogene Hefen dazu befähigt sind,
Karies zu verursachen. Zu einer Infektion kommt es, wenn das Abwehrsystem geschwächt ist oder
wenn den Pilzen ein ideales Milieu zum Wachstum geboten wird (vorgeschädigte Haut oder
Schleimhäute, feucht - warme Körperareale als „Brutkammern“, kohlenhydratreiches Milieu).
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Da ein guter Ernährungszustand für die Funktion des Immunsystems ganz entscheidend ist, sollte
möglichst bedarfsgerecht und vollwertig gegessen werden. Auch wenn ein „Aushungern“ der Pilze
nicht möglich ist, kann man ein Milieu schaffen, in dem sie sich zumindest nicht so schnell
vermehren können. Durch einen sparsamen Umgang mit Zucker und Süßigkeiten entzieht man den
Hefen leicht verfügbare Kohlenhydrate.
» Ziele der Ernährungsumstellung
�� Stärkung des Immunsystems
�� Begrenzung des Pilzwachstums
�� Förderung der gesunden Darmflora
» ...Und so wird´s gemacht:
�� Essen und trinken Sie bunt und abwechslungsreich.
�� Sparen Sie nicht mit Gemüse, Salat und Rohkost der Saison, denn hierin finden sich viele
wertvolle Inhaltsstoffe für das Immunsystem. Besonders Kohlgemüse enthält
antimikrobielle Wirkstoffe.
�� Probieren Sie mal wieder Gerichte mit Hülsenfrüchten aus. Sie enthalten wertvolles Eiweiß,
reichlich Ballaststoffe zur Förderung der Darmflora und viele sekundäre Pflanzenstoffe.
�� Gönnen Sie sich ruhig 1 - 2 Portionen Obst am Tag. Sinnvoll sind alle Sorten außer (vorübergehend
für 4 - 6 Wochen) Pflaumen, Birnen, Bananen und Trauben, da diese Sorten sehr viel
Fruchtzucker enthalten, den nicht nur wir, sondern auch die Pilze mögen.
�� Vollkornprodukte enthalten Ballaststoffe für die Darmflora, aber auch reichlich Vitamine,
Mineralien und Spurenelemente sowie Schleim- und Schutzstoffe. Genießen Sie Backwaren
und Nudeln aus Vollkorn, Müsli, Flocken und Getreidegerichte.
�� 2 Portionen Fisch pro Woche fördern durch die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren die
Funktion des Immunsystems und wirken Entzündungsreaktionen entgegen.
�� Ölsaaten, Körnerfrüchte (z.B. Sonnenblumenkerne, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Hirse)
und mageres Fleisch enthalten viel Eisen und unterstützen die Immunfunktion.
�� Peppen Sie Ihre Gerichte mit reichlich Kräutern, frischen Zwiebeln, Knoblauch und Lauch
auf. Die ätherischen Öle wirken pilzhemmend und -tötend.
�� Meiden Sie für 4 - 6 Wochen Haushaltszucker und mit Haushaltszucker hergestellte
Produkte (Süßigkeiten, Kuchen, Limonaden, Fruchtsaftgetränke, Nektare, industriell
hergestellten Fruchtjoghurt und -Quark, Fertigpudding).
�� Durch Milchprodukte mit lebenden Keimen können Sie Ihre Darmflora wirkungsvoll
unterstützen (z.B. selbstgemachter Joghurt). Wenn Sie zum Andicken von Speisen Inulin
oder Johannisbrotkernmehl verwenden, bieten Sie Ihren kleinen „Helfern“ im Darm
wertvolle Nahrung.
» Rezepte
Daal (indisches Linsengericht, 4 Portionen)
250 g rote Linsen waschen und mit Wasser bedeckt ca. 10 Minuten kochen.
1 grüne Chilischote (oder getrocknete Chilischote) waschen, entkernen und hacken. 2 Tomaten
waschen und fein würfeln. 1 große Zwiebel pellen, würfeln und in 1 EL. Olivenöl glasig dünsten.
1 Knoblauchzehe pellen, hacken und mitdünsten. Die Tomatenwürfel und Chilischote ebenfalls
mitdünsten. Die Zwiebel-Gemüse-Masse zu den Linsen geben und alles zusammen 5-10 Minuten
ziehen lassen. Mit je einem 1/2 TL. Ingwer, Kardamom, Kümmel pikant abschmecken und mit einem
gehackten 1/2 Bund Petersilie bestreuen.
Tipps und Variationen:
Dazu passen: Cremiger Naturjoghurt und Vollkornreis. Statt Vollkornreis eignet auch sich Wildreis
oder brauner Reis.
Kichererbsen-Püree (4 Portionen)
150 g getrocknete Kichererbsen waschen und über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Die
Kichererbsen etwa 1 Stunde im Einweichwasser gar kochen, abkühlen lassen. Inzwischen den Sesam
mit dem Mörser oder in der Mühle zerkleinern und mit 5 El. Olivenöl zu einer Paste verrühren.
2 Knoblauchzehen pellen und hacken. Die Kichererbsen abgießen und mit dem Knoblauch pürieren.
Die übrigen Zutaten unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer kräftig abschmecken.
Tipps und Variationen:
Dazu passt frisches Mehrkornbrot und Gurken- oder Zucchini-Salat.
Rettich-Zucchini-Salat
(4 Portionen)
1 mittelgroßen Rettich und 1 mittelgroße Zucchini putzen, waschen und raspeln. 400 g Naturjoghurt
mit 2 El. Hefeflocken verrühren. Frische Kräuter (z.B. Liebstöckel, Petersilie, Schnittlauch) waschen,
fein hacken und zum Joghurt geben. Die Soße mit Pfeffer und Kräutersalz pikant abschmecken. Die
Rohkost mit der Soße vermischen und einige Minuten durchziehen lassen.
Tipps und Variationen:
Dazu passen warme Getreidefladen oder frische Brezeln.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
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Pilzinfektion des Darmes
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über das
Verdauungssystem soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen sollen Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Pilze im Darm – geduldet, aber nicht erwünscht
Im menschlichen Darm leben Billionen von Mikroorganismen. Die meisten von ihnen sind Bakterien,
es sind aber auch häufig Pilze darunter. Während die Bakterien wichtige Aufgaben erfüllen (z.B.
Unterstützung der Abwehrfunktionen), werden die Pilze nicht benötigt. Sie werden lediglich
geduldet. Einige von ihnen können pathogene (krankmachende) Eigenschaften haben. Candida
albicans („weiße Hefe“) gehört beispielsweise dazu. Wenn sich solche Krankheitserreger stark
vermehren, können Beschwerden wie Blähungen, Durchfälle, manchmal aber auch Verstopfung
auftreten. Oft muss auch mit Juckreiz der betroffenen Haut- oder Schleimhautoberflächen gerechnet
werden. Noch nicht sehr lange bekannt ist die Tatsache, dass pathogene Hefen dazu befähigt sind,
Karies zu verursachen. Zu einer Infektion kommt es, wenn das Abwehrsystem geschwächt ist oder
wenn den Pilzen ein ideales Milieu zum Wachstum geboten wird (vorgeschädigte Haut oder
Schleimhäute, feucht - warme Körperareale als „Brutkammern“, kohlenhydratreiches Milieu).
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Da ein guter Ernährungszustand für die Funktion des Immunsystems ganz entscheidend ist, sollte
möglichst bedarfsgerecht und vollwertig gegessen werden. Auch wenn ein „Aushungern“ der Pilze
nicht möglich ist, kann man ein Milieu schaffen, in dem sie sich zumindest nicht so schnell
vermehren können. Durch einen sparsamen Umgang mit Zucker und Süßigkeiten entzieht man den
Hefen leicht verfügbare Kohlenhydrate.
» Ziele der Ernährungsumstellung
�� Stärkung des Immunsystems
�� Begrenzung des Pilzwachstums
�� Förderung der gesunden Darmflora
» ...Und so wird´s gemacht:
�� Essen und trinken Sie bunt und abwechslungsreich.
�� Sparen Sie nicht mit Gemüse, Salat und Rohkost der Saison, denn hierin finden sich viele
wertvolle Inhaltsstoffe für das Immunsystem. Besonders Kohlgemüse enthält
antimikrobielle Wirkstoffe.
�� Probieren Sie mal wieder Gerichte mit Hülsenfrüchten aus. Sie enthalten wertvolles Eiweiß,
reichlich Ballaststoffe zur Förderung der Darmflora und viele sekundäre Pflanzenstoffe.
�� Gönnen Sie sich ruhig 1 - 2 Portionen Obst am Tag. Sinnvoll sind alle Sorten außer (vorübergehend
für 4 - 6 Wochen) Pflaumen, Birnen, Bananen und Trauben, da diese Sorten sehr viel
Fruchtzucker enthalten, den nicht nur wir, sondern auch die Pilze mögen.
�� Vollkornprodukte enthalten Ballaststoffe für die Darmflora, aber auch reichlich Vitamine,
Mineralien und Spurenelemente sowie Schleim- und Schutzstoffe. Genießen Sie Backwaren
und Nudeln aus Vollkorn, Müsli, Flocken und Getreidegerichte.
�� 2 Portionen Fisch pro Woche fördern durch die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren die
Funktion des Immunsystems und wirken Entzündungsreaktionen entgegen.
�� Ölsaaten, Körnerfrüchte (z.B. Sonnenblumenkerne, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Hirse)
und mageres Fleisch enthalten viel Eisen und unterstützen die Immunfunktion.
�� Peppen Sie Ihre Gerichte mit reichlich Kräutern, frischen Zwiebeln, Knoblauch und Lauch
auf. Die ätherischen Öle wirken pilzhemmend und -tötend.
�� Meiden Sie für 4 - 6 Wochen Haushaltszucker und mit Haushaltszucker hergestellte
Produkte (Süßigkeiten, Kuchen, Limonaden, Fruchtsaftgetränke, Nektare, industriell
hergestellten Fruchtjoghurt und -Quark, Fertigpudding).
�� Durch Milchprodukte mit lebenden Keimen können Sie Ihre Darmflora wirkungsvoll
unterstützen (z.B. selbstgemachter Joghurt). Wenn Sie zum Andicken von Speisen Inulin
oder Johannisbrotkernmehl verwenden, bieten Sie Ihren kleinen „Helfern“ im Darm
wertvolle Nahrung.
» Rezepte
Daal (indisches Linsengericht, 4 Portionen)
250 g rote Linsen waschen und mit Wasser bedeckt ca. 10 Minuten kochen.
1 grüne Chilischote (oder getrocknete Chilischote) waschen, entkernen und hacken. 2 Tomaten
waschen und fein würfeln. 1 große Zwiebel pellen, würfeln und in 1 EL. Olivenöl glasig dünsten.
1 Knoblauchzehe pellen, hacken und mitdünsten. Die Tomatenwürfel und Chilischote ebenfalls
mitdünsten. Die Zwiebel-Gemüse-Masse zu den Linsen geben und alles zusammen 5-10 Minuten
ziehen lassen. Mit je einem 1/2 TL. Ingwer, Kardamom, Kümmel pikant abschmecken und mit einem
gehackten 1/2 Bund Petersilie bestreuen.
Tipps und Variationen:
Dazu passen: Cremiger Naturjoghurt und Vollkornreis. Statt Vollkornreis eignet auch sich Wildreis
oder brauner Reis.
Kichererbsen-Püree (4 Portionen)
150 g getrocknete Kichererbsen waschen und über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Die
Kichererbsen etwa 1 Stunde im Einweichwasser gar kochen, abkühlen lassen. Inzwischen den Sesam
mit dem Mörser oder in der Mühle zerkleinern und mit 5 El. Olivenöl zu einer Paste verrühren.
2 Knoblauchzehen pellen und hacken. Die Kichererbsen abgießen und mit dem Knoblauch pürieren.
Die übrigen Zutaten unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer kräftig abschmecken.
Tipps und Variationen:
Dazu passt frisches Mehrkornbrot und Gurken- oder Zucchini-Salat.
Rettich-Zucchini-Salat
(4 Portionen)
1 mittelgroßen Rettich und 1 mittelgroße Zucchini putzen, waschen und raspeln. 400 g Naturjoghurt
mit 2 El. Hefeflocken verrühren. Frische Kräuter (z.B. Liebstöckel, Petersilie, Schnittlauch) waschen,
fein hacken und zum Joghurt geben. Die Soße mit Pfeffer und Kräutersalz pikant abschmecken. Die
Rohkost mit der Soße vermischen und einige Minuten durchziehen lassen.
Tipps und Variationen:
Dazu passen warme Getreidefladen oder frische Brezeln.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
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Fruktoseintoleranz, Fruchtzuckerunverträglichkeit Fruktose-Malabsorption
Richtig essen und trinken bei Fruchtzuckerunverträglichkeit
Fruktose-Malabsorption
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion des Dünndarms soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Der Dünndarm – ein Verdauungs- und Transportsystem
Nachdem bereits im Mund und Magen die Verdauung eingeleitet wurde, gelangt der Speisebrei in
den Dünndarm. Dorthin liefern Bauchspeicheldrüse und Gallenblase ihre Verdauungssekrete. Die
Bauchspeicheldrüse bildet zum einen Hilfsstoffe (Enzyme) zur Kohlenhydrat,- Eiweiß- und Fettverdauung
und zum anderen die Hormone Insulin und Glucagon zur Regulation des Blutzuckerspiegels.
Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und nach
der Aufnahme von Nahrungsfetten in den Dünndarm abgegeben. Die Galle wird zum Abtransport
der Fette vom Darm in den Blutkreislauf benötigt. Die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut ist
durch unzählige, fadenförmige Ausstülpungen (Zotten) vergrößert, um den Abtransport der
Nährstoffe in das Blut zu bewältigen. Auf den Zotten des oberen Dünndarms befinden sich zuckerspaltende
Enzyme (Disaccharidasen), die dafür sorgen, dass Zucker in kleine Untereinheiten
gespalten wird, um dann in den Blutkreislauf transportiert werden zu können. Dieser Transport
(Resorption), auch der anderen Nährstoffe, beginnt im oberen Dünndarm und setzt sich durch den
gesamten Darmtrakt fort.
Fruchtzucker (Fruktose) wird langsamer aufgenommen als Traubenzucker (Glucose). Dies erkennt
man daran, dass der Blutzuckerspiegel nach Fructoseverzehr nicht so schnell ansteigt wie nach der
Aufnahme der gleichen Menge Glucose. Daher greifen Diabetiker bevorzugt auf Fruchtzucker als
Süßungsmittel zurück.
» Wie kommt es zur Fruktose-Malabsorption?
Fructose (Fruchtzucker) kommt in vielen Nahrungsmitteln vor. Neben Obst und Gemüse, in denen
der Fruchtzucker von Natur aus enthalten ist, findet man ihn in so genannten »zuckerfreien«
Süßigkeiten und Diabetikerwaren, aber auch in verschiedenen Feinkostlebensmitteln wie in
Ketchup, Soßen, Fischmarinaden und Feinkostsalaten. Im Durchschnitt nehmen wir täglich etwa 50
g Fructose mit der Nahrung auf. Bei vielen Menschen wird die Fructose jedoch nur sehr verzögert
verdaut. Der Fruchtzucker wird dann so langsam vom Darminneren durch die Darmwand in die
Blutbahn transportiert, dass im Darm zurückbleibender Fruchtzucker von den dort lebenden
Bakterien verstoffwechselt wird. Dabei bilden sich Gase und Säuren. Es kann zu Blähungen,
Bauchschmerzen und Durchfall kommen.
Viele Lebensmittel enthalten neben Fructose auch Sorbitol. Dies ist ein Zuckeralkohol, der wie
Fructose zu den Zuckeraustauschstoffen gehört. Sorbitol wird nicht nur wie die Fructose verzögert
resorbiert, sondern hemmt zusätzlich noch die Fructoseresorption. Daher führen Lebensmittel, in
denen beide Stoffe enthalten sind (z.B. Birnen und Pflaumen), besonders häufig zu Blähungen und
Durchfall.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Das Prinzip beruht auf der Vermeidung unverträglicher Mengen an Fruchtzucker und Sorbitol. Da
die Darmschleimhaut durch die dauernden Reize entzündet ist, muss sie durch eine weitestgehend
fructosefreie Kost geschont werden, bis die Beschwerden weitestgehend abgeklungen sind. Nach
etwa 2 Wochen hat sich der Darm in der Regel recht gut erholt. Nun können Sie sich schrittweise an
Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze »herantasten«, denn oft werden kleine Mengen an Fructose
toleriert. Die meisten Menschen vertragen etwa 20 - 25g Fructose am Tag, also die Hälfte dessen,
was durchschnittlich verzehrt wird. Steigern Sie Ihre tägliche Fructosemenge langsam.
» Die ersten zwei Wochen nach der Ernährungsumstellung
Weitgehend fruktosefrei!
In dieser ersten Phase sollten fruchtzuckerhaltige Lebensmittel möglichst gemieden werden. Da sich
Fruchtzucker auch in Haushaltszucker (Saccharose) »versteckt«, indem er an Traubenzucker
(Glucose) gebunden vorliegt, sollte auch dieser möglichst nicht verwendet werden, ebenso wie
Rohrzucker, Rübensaft und alle mit Zucker hergestellten Lebensmittel. Greifen Sie daher zunächst
auf fruchtzuckerfreie und -arme Lebensmittel zurück.
Wenn Sie Kartoffeln zubereiten, schälen, würfeln und wässern Sie diese etwa 24 Stunden vor dem
Kochen und gießen Sie das Einweich- und Kochwasser ab. So entfernen Sie die in der Knolle
enthaltene Fructose weitestgehend. Zusätzlich wählen Sie für diese Kostphase fructosearme
Gemüsesorten aus (siehe Kasten rechts), sodass Sie in diesen ersten zwei Wochen möglichst nicht
mehr als 1 Gramm Fructose am Tag zuführen
» Wie geht es weiter?
Nach zwei Wochen streng fructosearmer Kost sollte sich die Darmschleimhaut weitestgehend erholt
haben, sodass Sie nun schrittweise die tägliche Fruchtzuckerzufuhr steigern können, um Ihre
persönliche Verträglichkeitsgrenze herauszufinden. Da Ihnen das Obst nach diesen zwei Wochen
Abstinenz am meisten fehlen wird, beginnen Sie nun damit, täglich zusätzlich kleine Mengen
fructosearmes Obst zu verzehren. Wenn Sie etwa 100 - 150 g der rechts aufgeführten Sorten zu sich
nehmen und ansonsten die fructosearme Kost beibehalten, kommen Sie auf etwa
5 Gramm Fructose am Tag.
Die Saison für Erdbeeren und Beerenfrüchte ist nur sehr kurz, daher werden Sie wahrscheinlich auf
Tiefkühlware zurückgreifen müssen. Das ist jedoch nicht mit einem Nachteil verbunden, denn die
Tiefkühlprodukte unterliegen sehr hohen Qualitätsanforderungen. Ein Vitaminverlust ist kaum
gegeben. Vertragen Sie diese Kostform über mehrere Tage problemlos, können Sie weitere Obstsorten
hinzuziehen, die schon etwas mehr Fruchtzucker enthalten. Kartoffeln können Sie nun wieder
wie üblich zubereiten, am besten als Pell- oder Ofenkartoffeln.
Alle Zahlenangaben sind als Durchschnittswerte zu verstehen und unterliegen sortenabhängigen
Schwankungen. Eine süße Apfelsorte enthält beispielsweise mehr Fruchtzucker als eine säuerliche
Sorte. Sofern Sie keine Beschwerden haben sollten, können Sie nun auch beginnen, die
Auszugsmehlprodukte schrittweise durch Vollkornlebensmittel zu ersetzen und statt des polierten
Reis Vollkornreis (Naturreis) zu probieren. Vollkornbrote enthalten etwa ein Gramm Fructose,
Auszugsmehlbrote etwa 0,5 Gramm Fructose pro 100 Gramm. Achtung - Weizenkeime sind sehr
fruchtzuckerhaltig (7,5 g/100 g)! Erweitern Sie Ihren Speiseplan nun auch durch andere
Gemüsesorten.
Die meisten Gemüsearten haben einen Fructosegehalt zwischen einem und drei Gramm pro 100
Gramm. Es empfiehlt sich, weiterhin bei Lebensmitteln mit „versteckter“ Fructose zurückhaltend zu
sein, insbesondere solchen, die ohnehin nicht sehr wertvoll sind (z.B. Tomatenketchup). Beachten
Sie beim Kauf von Fertiglebensmitteln immer die Zutatenliste. Ist ein Lebensmittel mit
„Kristallzucker“ angereichert, verbirgt sich dahinter Saccharose, die zur Hälfte aus Fruchtzucker
besteht. Große Schwankungen bestehen hinsichtlich des Fruchtzuckergehaltes bei den Süßwaren.
Bitterschokolade enthält mehr Fruchtzucker als Milchschokolade. Ein Fertigdressing mit einem
relativ geringen Fructosegehalt ist das French Dressing. Noch besser ist es aber, Dressing selbst
herzustellen.
» Fruktosefrei bzw. fruktosearm sind…
§ Milch, Sauermilch, Quark, Käse (naturbelassen)
§ Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel (naturbelassen)
§ Butter, Margarine, Pflanzenöle
§ Stärkemehle, polierter Reis, Feinmehlteigwaren
§ Weißbrot, Brötchen, Feinmehlbackwaren
(ohne Zusatz von Trauben-, Malz-, Stärkezucker, Maltodextrin bzw. Früchten)
§ Kartoffeln (zunächst max. 150 g = 3 kleine Kartoffeln/Tag)
§ Küchenkräuter, Gewürze
§ Bohnenkaffee, Tee (außer Früchtetee mit Beeren und Fruchtstückchen), Wasser
§ Traubenzucker, kalorienfreie Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam)
» Fruktosearmes Gemüse (max. 0,8 g Fruktose / 100 g)1)
§ Spinat, Feldsalat, Endivie 0,2 g/100g
§ Kartoffel, Champignon 0,3 g/100g
§ Rhabarber 0,5 g/100g
§ Kopfsalat, grüne Erbsen 0,6 g/100g
§ Rettich 0,7 g/100g
§ Radieschen 0,8 g/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Relativ fruktosearm sind… (max. 3,5 g Fruktose / 100 g) 1)
§ Avocado 0,25 g/100g
§ Zitrone 1,6 g/100g
§ Himbeeren, rote Johannisbeeren 2,5 - 2,6 g/100g
§ Erdbeeren 2,8 g/100g
§ Preiselbeeren 3,0 g/100g
§ Brombeeren 3,2 g/100g
§ Holunderbeeren, weiße Johannisbeeren 3,3 g/100g
§ Schwarze Johannisbeeren 3,4 g/100g
§ Heidelbeeren 3,5 g/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Obstsorten mit mittlerem bis hohem Fruktosegehalt (in g / 100 g) 1)
§ Grapefruit, Quitte, Stachelbeere 3,6 - 3,7/100g
§ Orange, Aprikose 4,3/100g
§ Sauerkirsche 4,5/100g
§ Kiwi 4,7/100g
§ Pfirsich, Mandarine 4,9/100g
§ Pflaume 5,1/100g
§ Reineclaude 5,5/100g
§ Zuckermelone, Süßkirsche 6,1 - 6,2/100g
§ Ananas, Mirabelle 6,4 - 6,6/100g
§ Mango 7,1/100g
§ Apfel 7,5/100g
§ Weintraube 7,9/100g
§ Hagebutte 8,1/100g
§ Banane 8,6/100g
§ Birne 9,8/100g
§ Trockenfeigen, -Pflaumen,-Aprikosen 24 - 26/100g
§ Rosinen 32/100g
§ Trockenäpfel 38/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Vorsicht – versteckter Fruchtzucker! (in g / 100 g) 1)
§ Süßwaren 30 - 95/100g
§ Haushaltszucker ca. 50/100g
§ Schokolade 20 - 30/100g
§ Diabetikerkonfitüren, Nussnougatcreme 25 - 50/100g
§ Speiseeis, viele Sorten ca. 7,5/100g
§ Tomatenketchup ca. 12/100g
§ Tomatenmark ca. 6,5/100g
§ Dressings, Grillsoßen
§ (Zigeuner-, Barbecue- und Cocktailsoße, Italian Dressing) ca. 2 - 4/100g
§ Rindfleischsülze ca. 2,6/100g
§ Gepökeltes und Feinkostwaren, Senf, Obstessig ca. 0,3 - 0,4/100g
» Zum Schluss noch ein paar Tipps…
Einige Obstsorten enthalten neben Fructose auch viel Glucose (Traubenzucker). Durch Glucose wird
die Fructoseaufnahme vom Darm-inneren in die Blutbahn beschleunigt, so dass diese Obstsorten
(z.B. Banane, Weintrauben) oft vertragen werden.
Pflaumen und Birnen enthalten gleichzeitig viel Sorbit und wirken daher oft abführend. In der Regel
wird Obst besser vertragen als industriell hergestellte fructose- und sorbithaltige Lebensmittel.
Rezept: Schnelles Kräuterdressing
1 kleinen Becher Naturjoghurt mit 2 Teelöffel Saurer Sahne und 1 Spritzer Essig verquirlen.
Nach Geschmack 3 Teelöffel TK-Kräuter unterrühren, mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Fruktose-Malabsorption
Diese Übersicht soll Sie mit wesentlichen Zusammenhängen zu Ihren Beschwerden vertraut machen und
Ihnen helfen, die eventuell auftretenden Symptome erheblich zu lindern. Eine kurze Einführung über die
Funktion des Dünndarms soll Ihnen verständlich machen, warum eine angepasste Ernährung sinnvoll ist.
Praktische Tipps und Anregungen werden Ihnen die Bewältigung des Alltags erleichtern.
» Der Dünndarm – ein Verdauungs- und Transportsystem
Nachdem bereits im Mund und Magen die Verdauung eingeleitet wurde, gelangt der Speisebrei in
den Dünndarm. Dorthin liefern Bauchspeicheldrüse und Gallenblase ihre Verdauungssekrete. Die
Bauchspeicheldrüse bildet zum einen Hilfsstoffe (Enzyme) zur Kohlenhydrat,- Eiweiß- und Fettverdauung
und zum anderen die Hormone Insulin und Glucagon zur Regulation des Blutzuckerspiegels.
Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und nach
der Aufnahme von Nahrungsfetten in den Dünndarm abgegeben. Die Galle wird zum Abtransport
der Fette vom Darm in den Blutkreislauf benötigt. Die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut ist
durch unzählige, fadenförmige Ausstülpungen (Zotten) vergrößert, um den Abtransport der
Nährstoffe in das Blut zu bewältigen. Auf den Zotten des oberen Dünndarms befinden sich zuckerspaltende
Enzyme (Disaccharidasen), die dafür sorgen, dass Zucker in kleine Untereinheiten
gespalten wird, um dann in den Blutkreislauf transportiert werden zu können. Dieser Transport
(Resorption), auch der anderen Nährstoffe, beginnt im oberen Dünndarm und setzt sich durch den
gesamten Darmtrakt fort.
Fruchtzucker (Fruktose) wird langsamer aufgenommen als Traubenzucker (Glucose). Dies erkennt
man daran, dass der Blutzuckerspiegel nach Fructoseverzehr nicht so schnell ansteigt wie nach der
Aufnahme der gleichen Menge Glucose. Daher greifen Diabetiker bevorzugt auf Fruchtzucker als
Süßungsmittel zurück.
» Wie kommt es zur Fruktose-Malabsorption?
Fructose (Fruchtzucker) kommt in vielen Nahrungsmitteln vor. Neben Obst und Gemüse, in denen
der Fruchtzucker von Natur aus enthalten ist, findet man ihn in so genannten »zuckerfreien«
Süßigkeiten und Diabetikerwaren, aber auch in verschiedenen Feinkostlebensmitteln wie in
Ketchup, Soßen, Fischmarinaden und Feinkostsalaten. Im Durchschnitt nehmen wir täglich etwa 50
g Fructose mit der Nahrung auf. Bei vielen Menschen wird die Fructose jedoch nur sehr verzögert
verdaut. Der Fruchtzucker wird dann so langsam vom Darminneren durch die Darmwand in die
Blutbahn transportiert, dass im Darm zurückbleibender Fruchtzucker von den dort lebenden
Bakterien verstoffwechselt wird. Dabei bilden sich Gase und Säuren. Es kann zu Blähungen,
Bauchschmerzen und Durchfall kommen.
Viele Lebensmittel enthalten neben Fructose auch Sorbitol. Dies ist ein Zuckeralkohol, der wie
Fructose zu den Zuckeraustauschstoffen gehört. Sorbitol wird nicht nur wie die Fructose verzögert
resorbiert, sondern hemmt zusätzlich noch die Fructoseresorption. Daher führen Lebensmittel, in
denen beide Stoffe enthalten sind (z.B. Birnen und Pflaumen), besonders häufig zu Blähungen und
Durchfall.
» Prinzip der Ernährungsmaßnahme
Das Prinzip beruht auf der Vermeidung unverträglicher Mengen an Fruchtzucker und Sorbitol. Da
die Darmschleimhaut durch die dauernden Reize entzündet ist, muss sie durch eine weitestgehend
fructosefreie Kost geschont werden, bis die Beschwerden weitestgehend abgeklungen sind. Nach
etwa 2 Wochen hat sich der Darm in der Regel recht gut erholt. Nun können Sie sich schrittweise an
Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze »herantasten«, denn oft werden kleine Mengen an Fructose
toleriert. Die meisten Menschen vertragen etwa 20 - 25g Fructose am Tag, also die Hälfte dessen,
was durchschnittlich verzehrt wird. Steigern Sie Ihre tägliche Fructosemenge langsam.
» Die ersten zwei Wochen nach der Ernährungsumstellung
Weitgehend fruktosefrei!
In dieser ersten Phase sollten fruchtzuckerhaltige Lebensmittel möglichst gemieden werden. Da sich
Fruchtzucker auch in Haushaltszucker (Saccharose) »versteckt«, indem er an Traubenzucker
(Glucose) gebunden vorliegt, sollte auch dieser möglichst nicht verwendet werden, ebenso wie
Rohrzucker, Rübensaft und alle mit Zucker hergestellten Lebensmittel. Greifen Sie daher zunächst
auf fruchtzuckerfreie und -arme Lebensmittel zurück.
Wenn Sie Kartoffeln zubereiten, schälen, würfeln und wässern Sie diese etwa 24 Stunden vor dem
Kochen und gießen Sie das Einweich- und Kochwasser ab. So entfernen Sie die in der Knolle
enthaltene Fructose weitestgehend. Zusätzlich wählen Sie für diese Kostphase fructosearme
Gemüsesorten aus (siehe Kasten rechts), sodass Sie in diesen ersten zwei Wochen möglichst nicht
mehr als 1 Gramm Fructose am Tag zuführen
» Wie geht es weiter?
Nach zwei Wochen streng fructosearmer Kost sollte sich die Darmschleimhaut weitestgehend erholt
haben, sodass Sie nun schrittweise die tägliche Fruchtzuckerzufuhr steigern können, um Ihre
persönliche Verträglichkeitsgrenze herauszufinden. Da Ihnen das Obst nach diesen zwei Wochen
Abstinenz am meisten fehlen wird, beginnen Sie nun damit, täglich zusätzlich kleine Mengen
fructosearmes Obst zu verzehren. Wenn Sie etwa 100 - 150 g der rechts aufgeführten Sorten zu sich
nehmen und ansonsten die fructosearme Kost beibehalten, kommen Sie auf etwa
5 Gramm Fructose am Tag.
Die Saison für Erdbeeren und Beerenfrüchte ist nur sehr kurz, daher werden Sie wahrscheinlich auf
Tiefkühlware zurückgreifen müssen. Das ist jedoch nicht mit einem Nachteil verbunden, denn die
Tiefkühlprodukte unterliegen sehr hohen Qualitätsanforderungen. Ein Vitaminverlust ist kaum
gegeben. Vertragen Sie diese Kostform über mehrere Tage problemlos, können Sie weitere Obstsorten
hinzuziehen, die schon etwas mehr Fruchtzucker enthalten. Kartoffeln können Sie nun wieder
wie üblich zubereiten, am besten als Pell- oder Ofenkartoffeln.
Alle Zahlenangaben sind als Durchschnittswerte zu verstehen und unterliegen sortenabhängigen
Schwankungen. Eine süße Apfelsorte enthält beispielsweise mehr Fruchtzucker als eine säuerliche
Sorte. Sofern Sie keine Beschwerden haben sollten, können Sie nun auch beginnen, die
Auszugsmehlprodukte schrittweise durch Vollkornlebensmittel zu ersetzen und statt des polierten
Reis Vollkornreis (Naturreis) zu probieren. Vollkornbrote enthalten etwa ein Gramm Fructose,
Auszugsmehlbrote etwa 0,5 Gramm Fructose pro 100 Gramm. Achtung - Weizenkeime sind sehr
fruchtzuckerhaltig (7,5 g/100 g)! Erweitern Sie Ihren Speiseplan nun auch durch andere
Gemüsesorten.
Die meisten Gemüsearten haben einen Fructosegehalt zwischen einem und drei Gramm pro 100
Gramm. Es empfiehlt sich, weiterhin bei Lebensmitteln mit „versteckter“ Fructose zurückhaltend zu
sein, insbesondere solchen, die ohnehin nicht sehr wertvoll sind (z.B. Tomatenketchup). Beachten
Sie beim Kauf von Fertiglebensmitteln immer die Zutatenliste. Ist ein Lebensmittel mit
„Kristallzucker“ angereichert, verbirgt sich dahinter Saccharose, die zur Hälfte aus Fruchtzucker
besteht. Große Schwankungen bestehen hinsichtlich des Fruchtzuckergehaltes bei den Süßwaren.
Bitterschokolade enthält mehr Fruchtzucker als Milchschokolade. Ein Fertigdressing mit einem
relativ geringen Fructosegehalt ist das French Dressing. Noch besser ist es aber, Dressing selbst
herzustellen.
» Fruktosefrei bzw. fruktosearm sind…
§ Milch, Sauermilch, Quark, Käse (naturbelassen)
§ Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel (naturbelassen)
§ Butter, Margarine, Pflanzenöle
§ Stärkemehle, polierter Reis, Feinmehlteigwaren
§ Weißbrot, Brötchen, Feinmehlbackwaren
(ohne Zusatz von Trauben-, Malz-, Stärkezucker, Maltodextrin bzw. Früchten)
§ Kartoffeln (zunächst max. 150 g = 3 kleine Kartoffeln/Tag)
§ Küchenkräuter, Gewürze
§ Bohnenkaffee, Tee (außer Früchtetee mit Beeren und Fruchtstückchen), Wasser
§ Traubenzucker, kalorienfreie Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam)
» Fruktosearmes Gemüse (max. 0,8 g Fruktose / 100 g)1)
§ Spinat, Feldsalat, Endivie 0,2 g/100g
§ Kartoffel, Champignon 0,3 g/100g
§ Rhabarber 0,5 g/100g
§ Kopfsalat, grüne Erbsen 0,6 g/100g
§ Rettich 0,7 g/100g
§ Radieschen 0,8 g/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Relativ fruktosearm sind… (max. 3,5 g Fruktose / 100 g) 1)
§ Avocado 0,25 g/100g
§ Zitrone 1,6 g/100g
§ Himbeeren, rote Johannisbeeren 2,5 - 2,6 g/100g
§ Erdbeeren 2,8 g/100g
§ Preiselbeeren 3,0 g/100g
§ Brombeeren 3,2 g/100g
§ Holunderbeeren, weiße Johannisbeeren 3,3 g/100g
§ Schwarze Johannisbeeren 3,4 g/100g
§ Heidelbeeren 3,5 g/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Obstsorten mit mittlerem bis hohem Fruktosegehalt (in g / 100 g) 1)
§ Grapefruit, Quitte, Stachelbeere 3,6 - 3,7/100g
§ Orange, Aprikose 4,3/100g
§ Sauerkirsche 4,5/100g
§ Kiwi 4,7/100g
§ Pfirsich, Mandarine 4,9/100g
§ Pflaume 5,1/100g
§ Reineclaude 5,5/100g
§ Zuckermelone, Süßkirsche 6,1 - 6,2/100g
§ Ananas, Mirabelle 6,4 - 6,6/100g
§ Mango 7,1/100g
§ Apfel 7,5/100g
§ Weintraube 7,9/100g
§ Hagebutte 8,1/100g
§ Banane 8,6/100g
§ Birne 9,8/100g
§ Trockenfeigen, -Pflaumen,-Aprikosen 24 - 26/100g
§ Rosinen 32/100g
§ Trockenäpfel 38/100g
1) Die Mengenangaben schließen Fructose sowie in Mehrfachzucker gebundene Fructose und die Fructosevorstufe Sorbit mit ein.
» Vorsicht – versteckter Fruchtzucker! (in g / 100 g) 1)
§ Süßwaren 30 - 95/100g
§ Haushaltszucker ca. 50/100g
§ Schokolade 20 - 30/100g
§ Diabetikerkonfitüren, Nussnougatcreme 25 - 50/100g
§ Speiseeis, viele Sorten ca. 7,5/100g
§ Tomatenketchup ca. 12/100g
§ Tomatenmark ca. 6,5/100g
§ Dressings, Grillsoßen
§ (Zigeuner-, Barbecue- und Cocktailsoße, Italian Dressing) ca. 2 - 4/100g
§ Rindfleischsülze ca. 2,6/100g
§ Gepökeltes und Feinkostwaren, Senf, Obstessig ca. 0,3 - 0,4/100g
» Zum Schluss noch ein paar Tipps…
Einige Obstsorten enthalten neben Fructose auch viel Glucose (Traubenzucker). Durch Glucose wird
die Fructoseaufnahme vom Darm-inneren in die Blutbahn beschleunigt, so dass diese Obstsorten
(z.B. Banane, Weintrauben) oft vertragen werden.
Pflaumen und Birnen enthalten gleichzeitig viel Sorbit und wirken daher oft abführend. In der Regel
wird Obst besser vertragen als industriell hergestellte fructose- und sorbithaltige Lebensmittel.
Rezept: Schnelles Kräuterdressing
1 kleinen Becher Naturjoghurt mit 2 Teelöffel Saurer Sahne und 1 Spritzer Essig verquirlen.
Nach Geschmack 3 Teelöffel TK-Kräuter unterrühren, mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Reizdarm
Reizdarmsyndrom
Ca. 3 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Verdauungsbeschwerden, die unter dem Sammelbegriff "Reizdarm" zusammengefasst werden. Die Diagnose "Reizdarm" ist eigentlich eher Ausdruck einer Hilflosigkeit. Wenn multiple, den Patienten schwer belastende Beschwerden, keinem organischen Korrelat oder einer klar definierten Pathologie zugeordnet werden können.
Wie funktioniert die Verdauung?
Bereits in der ersten Station der Nahrungsaufnahme – dem Mund – beginnt die Verdauung: Während des Kauens spalten bestimmte Enzyme aus dem Speichel die langen Zuckerketten in der Nahrung auf. Langes und gründliches Kauen erleichtert der weiteren Verdauung die Arbeit enorm. Denn: „Gut gekaut ist halb verdaut!“.
Im Magen wird die Nahrung durch wellenartige Bewegungen der Magenwand zerkleinert, bis ein gleichmäßiger Brei entsteht. Danach wird die Nahrung aus dem Magen portionsweise an den Dünndarm abgegeben.
Im Dünndarm wird der Speisebrei mit alkalischen Sekreten der Bauchspeicheldrüse vermischt. Das Fett aus dem Nahrungsbrei wird mit Hilfe von Gallensäuren in kleinere Bestandteile aufgespalten. Diverse Enzyme zerlegen den Nahrungsbrei inzwischen in so kleine Bestandteile, dass diese problemlos von der Darmwand aufgenommen und im Blut durch den Körper transportiert werden können.
Dieser eigentliche Aufschluss der Nahrung dauert pro Nahrungsportion etwa eine halbe Stunde und geschieht an Millionen von kleinen Darmzotten, die den Darm vollständig auskleiden. Ein einziger Quadratzentimeter unserer Dünndarmschleimhaut ist mit bis zu 3000 dieser Zotten („Fingerchen“) besetzt, wodurch die Oberfläche der Darmschleimhaut enorm vergrößert wird. Würden die zahlreichen Falten und Millionen von Kleinzotten des rund 5 Meter langen Dünndarmes ausgebreitet werden, erhielte man eine Fläche von mehr als 300 Quadratmetern! Dies entspricht fast der Größe eines Tennisplatzes.
Wie äußert sich ein Reizdarmsyndrom?
Morgendliche Übelkeit, begleitet von leichten, immer wieder auftretenden Bauchkrämpfen sind charakteristisch für unklare Bauchbeschwerden. Der Bauch ist meist aufgebläht und zeitweise tritt Durchfall auf. Nicht selten klagen die Patienten außerdem über Müdigkeit und Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder eine zunehmende Infektanfälligkeit.
Hauptsymptome
* Blähungen, Bauchkrämpfe
* Durchfall oder Verstopfung (oft auch wechselnd)
* Übelkeit, Appetitlosigkeit
* Mundgeruch
Begleitsymptome
* Müdigkeit, Übellaunigkeit
* Konzentrationsstörungen
* Hauterscheinungen, Allergien
* Kopfschmerzen, Migräne
* Gelenk- und Muskelschmerzen
Die Diagnose "Reizdarm" ist eigentlich eher Ausdruck einer Hilflosigkeit. Wenn multiple, den Patienten schwer belastende Beschwerden, keinem organischen Befund oder einer klar definierten Pathologie zugeordnet werden können, wird oftmals die Diagnose Reizdarm gestellt.
Welche Ursachen können die Beschwerden haben?
Anhand der ganzheitlich individuellen Anamnese ergeben sich Hinweise auf mögliche Ursachen der Beschwerden. Manchmal sind die angegebenen Symptome so eindeutig, dass sofort eine Verdachtsdiagnose gestellt werden und mit einem Labortest bestätigt werden kann.
Meistens kann aber mit einem Test nicht alles eindeutig abgeklärt werden bzw. ist es auch möglich, dass mehrere Gründe die unklaren Bauchbeschwerden verursachen. Dann wird nach dem Ausschlussprinzip verfahren (medizinisch: Differentialdiagnostik). Das vorhandene Problem wird sozusagen immer weiter eingekreist. Mögliche Differentialdiagnosen sind:
* Fehlbesiedlung des Darms
* Eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse (Maldigestion)
* Kohlenhydratunverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Sorbit)
* Weizenunverträglichkeit (und andere Getreideprodukte)
* Histaminunverträglichkeit
* Parasiten (Lamblien)
* Nahrungsmittelallergie, -unverträglichkeit
Was kann die moderne Diagnostik leisten?
Wie bei jeder Erkrankung erfragen wir zuerst die Krankengeschichte. Hier berichtet der Patient über typische Beschwerden und mögliche Begleiterkrankungen. Hilfreich ist, wenn er eine Art Tagebuch geführt hat, in dem festgehalten wurde, wann, wie lange und wie die Beschwerden auftreten. Eine körperliche Untersuchung sollte sich anschließen. Welche weiteren Untersuchungsmöglichkeiten angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden.
Möglich sind u.a.:
* Blutuntersuchungen
* Untersuchung des Stuhls
* Endoskopische Untersuchung des Mastdarms und/oder des Dickdarms (Darmspiegelung)
* Röntgenuntersuchung des Dünndarms
* Ausschluss einer Milchzuckerunverträglichkeit
* Psychosomatische Untersuchung zum Ausschluss von Angsterkrankungen, depressiven Störungen und /oder krankheitsbezogene Ängste
Nur wenige Patienten wissen, dass bei einer Untersuchung des Stuhls wesentlich mehr Informationen als der Nachweis von Parasiten oder einer versteckten Blutung gewonnen werden können.
Es gibt heute moderne Laboruntersuchungen, bei denen aus Blut, Atemgas oder Stuhl Hinweise gewonnen werden können, die bei einer Verdachtsdiagnose hilfreich sein können.
Zum Ausschluss einzelner Verdachtsdiagnosen stehen zahlreiche und spezielle Labortests zur Verfügung:
* Darmflora und Pilznachweis
(liegt eine Fehlbesiedlung des Darmes mit einer Überwucherung von Fäulnisbakterien oder ein Mangel an der Säuerungsflora vor ist der Darm mit Pilzen besiedelt)
* Bestimmung des Gehaltes von Fett, Eiweiß, Stärke im Stuhl
* Abklärung der intakten Funktion der Bauchspeicheldrüse
* Gallensäuren
(werden Gallensäuren ungenügend im Dünndarm aufgenommen)
* Untersuchung auf bestimmte Entzündungen/Entzündungsmarker
(bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie, Nahrungsmittelunverträglichkeit und entzündlichen Darmveränderungen)
* Ausschluss einer Unverträglichkeit gegenüber Weizen oder anderen Getreideprodukten
* Atemgastest auf Milchzuckerunverträglichkeit
* Atemgastest auf Fruchtzuckerunverträglichkeit
* Untersuchung bei Histaminunverträglichkeit
* Allergieteste gegen Nahrungsmittel
(bei echter Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit)
* Nachweis von Parasiten im Stuhl (Lambien)
(nach Auslandsaufenthalt oder bei Tierhaltern)
Aus welchem Testmaterial die Ergebnisse gewonnen werden, ist unterschiedlich. Nicht für alle Tests ist die Untersuchung von Stuhl notwendig. Teilweise erfolgt die Diagnostik mit einem Atemgastest oder aus einer Blutprobe.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Ca. 3 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Verdauungsbeschwerden, die unter dem Sammelbegriff "Reizdarm" zusammengefasst werden. Die Diagnose "Reizdarm" ist eigentlich eher Ausdruck einer Hilflosigkeit. Wenn multiple, den Patienten schwer belastende Beschwerden, keinem organischen Korrelat oder einer klar definierten Pathologie zugeordnet werden können.
Wie funktioniert die Verdauung?
Bereits in der ersten Station der Nahrungsaufnahme – dem Mund – beginnt die Verdauung: Während des Kauens spalten bestimmte Enzyme aus dem Speichel die langen Zuckerketten in der Nahrung auf. Langes und gründliches Kauen erleichtert der weiteren Verdauung die Arbeit enorm. Denn: „Gut gekaut ist halb verdaut!“.
Im Magen wird die Nahrung durch wellenartige Bewegungen der Magenwand zerkleinert, bis ein gleichmäßiger Brei entsteht. Danach wird die Nahrung aus dem Magen portionsweise an den Dünndarm abgegeben.
Im Dünndarm wird der Speisebrei mit alkalischen Sekreten der Bauchspeicheldrüse vermischt. Das Fett aus dem Nahrungsbrei wird mit Hilfe von Gallensäuren in kleinere Bestandteile aufgespalten. Diverse Enzyme zerlegen den Nahrungsbrei inzwischen in so kleine Bestandteile, dass diese problemlos von der Darmwand aufgenommen und im Blut durch den Körper transportiert werden können.
Dieser eigentliche Aufschluss der Nahrung dauert pro Nahrungsportion etwa eine halbe Stunde und geschieht an Millionen von kleinen Darmzotten, die den Darm vollständig auskleiden. Ein einziger Quadratzentimeter unserer Dünndarmschleimhaut ist mit bis zu 3000 dieser Zotten („Fingerchen“) besetzt, wodurch die Oberfläche der Darmschleimhaut enorm vergrößert wird. Würden die zahlreichen Falten und Millionen von Kleinzotten des rund 5 Meter langen Dünndarmes ausgebreitet werden, erhielte man eine Fläche von mehr als 300 Quadratmetern! Dies entspricht fast der Größe eines Tennisplatzes.
Wie äußert sich ein Reizdarmsyndrom?
Morgendliche Übelkeit, begleitet von leichten, immer wieder auftretenden Bauchkrämpfen sind charakteristisch für unklare Bauchbeschwerden. Der Bauch ist meist aufgebläht und zeitweise tritt Durchfall auf. Nicht selten klagen die Patienten außerdem über Müdigkeit und Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder eine zunehmende Infektanfälligkeit.
Hauptsymptome
* Blähungen, Bauchkrämpfe
* Durchfall oder Verstopfung (oft auch wechselnd)
* Übelkeit, Appetitlosigkeit
* Mundgeruch
Begleitsymptome
* Müdigkeit, Übellaunigkeit
* Konzentrationsstörungen
* Hauterscheinungen, Allergien
* Kopfschmerzen, Migräne
* Gelenk- und Muskelschmerzen
Die Diagnose "Reizdarm" ist eigentlich eher Ausdruck einer Hilflosigkeit. Wenn multiple, den Patienten schwer belastende Beschwerden, keinem organischen Befund oder einer klar definierten Pathologie zugeordnet werden können, wird oftmals die Diagnose Reizdarm gestellt.
Welche Ursachen können die Beschwerden haben?
Anhand der ganzheitlich individuellen Anamnese ergeben sich Hinweise auf mögliche Ursachen der Beschwerden. Manchmal sind die angegebenen Symptome so eindeutig, dass sofort eine Verdachtsdiagnose gestellt werden und mit einem Labortest bestätigt werden kann.
Meistens kann aber mit einem Test nicht alles eindeutig abgeklärt werden bzw. ist es auch möglich, dass mehrere Gründe die unklaren Bauchbeschwerden verursachen. Dann wird nach dem Ausschlussprinzip verfahren (medizinisch: Differentialdiagnostik). Das vorhandene Problem wird sozusagen immer weiter eingekreist. Mögliche Differentialdiagnosen sind:
* Fehlbesiedlung des Darms
* Eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse (Maldigestion)
* Kohlenhydratunverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Sorbit)
* Weizenunverträglichkeit (und andere Getreideprodukte)
* Histaminunverträglichkeit
* Parasiten (Lamblien)
* Nahrungsmittelallergie, -unverträglichkeit
Was kann die moderne Diagnostik leisten?
Wie bei jeder Erkrankung erfragen wir zuerst die Krankengeschichte. Hier berichtet der Patient über typische Beschwerden und mögliche Begleiterkrankungen. Hilfreich ist, wenn er eine Art Tagebuch geführt hat, in dem festgehalten wurde, wann, wie lange und wie die Beschwerden auftreten. Eine körperliche Untersuchung sollte sich anschließen. Welche weiteren Untersuchungsmöglichkeiten angebracht sind, muss im Einzelfall entschieden werden.
Möglich sind u.a.:
* Blutuntersuchungen
* Untersuchung des Stuhls
* Endoskopische Untersuchung des Mastdarms und/oder des Dickdarms (Darmspiegelung)
* Röntgenuntersuchung des Dünndarms
* Ausschluss einer Milchzuckerunverträglichkeit
* Psychosomatische Untersuchung zum Ausschluss von Angsterkrankungen, depressiven Störungen und /oder krankheitsbezogene Ängste
Nur wenige Patienten wissen, dass bei einer Untersuchung des Stuhls wesentlich mehr Informationen als der Nachweis von Parasiten oder einer versteckten Blutung gewonnen werden können.
Es gibt heute moderne Laboruntersuchungen, bei denen aus Blut, Atemgas oder Stuhl Hinweise gewonnen werden können, die bei einer Verdachtsdiagnose hilfreich sein können.
Zum Ausschluss einzelner Verdachtsdiagnosen stehen zahlreiche und spezielle Labortests zur Verfügung:
* Darmflora und Pilznachweis
(liegt eine Fehlbesiedlung des Darmes mit einer Überwucherung von Fäulnisbakterien oder ein Mangel an der Säuerungsflora vor ist der Darm mit Pilzen besiedelt)
* Bestimmung des Gehaltes von Fett, Eiweiß, Stärke im Stuhl
* Abklärung der intakten Funktion der Bauchspeicheldrüse
* Gallensäuren
(werden Gallensäuren ungenügend im Dünndarm aufgenommen)
* Untersuchung auf bestimmte Entzündungen/Entzündungsmarker
(bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie, Nahrungsmittelunverträglichkeit und entzündlichen Darmveränderungen)
* Ausschluss einer Unverträglichkeit gegenüber Weizen oder anderen Getreideprodukten
* Atemgastest auf Milchzuckerunverträglichkeit
* Atemgastest auf Fruchtzuckerunverträglichkeit
* Untersuchung bei Histaminunverträglichkeit
* Allergieteste gegen Nahrungsmittel
(bei echter Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit)
* Nachweis von Parasiten im Stuhl (Lambien)
(nach Auslandsaufenthalt oder bei Tierhaltern)
Aus welchem Testmaterial die Ergebnisse gewonnen werden, ist unterschiedlich. Nicht für alle Tests ist die Untersuchung von Stuhl notwendig. Teilweise erfolgt die Diagnostik mit einem Atemgastest oder aus einer Blutprobe.
Dr. med. Rainer Didier
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Burnout
Burnout-Syndrom
Terminstress, Leistungsdruck oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes machen müde, depressiv und krank. Das Burn-out-Syndrom hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, wie wissenschaftliche Studien beweisen.
Was ist die Ursache eines Burn-Out-Syndroms?
Die Stressreaktion mit allen körperlichen Auswirkungen kommt durch ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen dem zentralen Nervensystem (Gehirn), Gehirnbotenstoffen (Neurotransmittern) und den Hormondrüsen zustande. Dabei ist der Übergang vom akuten Stress zum chronischen Dauerstress fließend.
Bei Wahrnehmung einer als bedrohlich eingeschätzten Situation (Stressreaktion) kommt es zunächst zu einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) mit der Freisetzung der Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin. Diese steigern die Herztätigkeit, erhöhen den Blutdruck, den Tonus der Skelettmuskulatur und setzen Energie für die Kampf- oder Fluchtreaktion frei.
Hält die Belastung weiter an, wird auch die zweite Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen- Nebennierenrinden-Achse) mit der Freisetzung des Stresshormons Cortisol aktiviert.
Fehlen die Entspannungsphasen, die es dem Organismus ermöglichen in den Grund- oder Ruhezustand zurückzukehren, kommt es zum Stress-Hormon-Ungleichgewicht – der Mensch lebt in dauerhaftem Alarmzustand.
Dieser Prozess ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Stress erzeugt Stress – und zunehmend kleine Reize genügen, um eine erneute Stressreaktion auszulösen.
Grundlagen der Stressreaktion und körperliche Gesundheit
Die Cortisol-Bildung folgt bei jedem Menschen einem ganz charakteristischen Tagesprofil. In den ersten beiden Stunden nach dem Aufstehen zeigt sich ein deutlicher Morgengipfel. Nach dem Abklingen dieses Morgengipfels fällt das Cortisol während des Tages kontinuierlich ab, um abends bzw. gegen Mitternacht einen Minimalwert zu erreichen.
Bei hohen Stressbelastungen finden sich unphysiologische hohe Cortisolspiegel mit diffusen Tagesverläufen.
Die langfristige Erhöhung des Cortisolspiegels führt im Organismus zu einer Vielzahl negativer Auswirkungen, wie einer Schwächung des Immunsystems mit einer vermehrten Anfälligkeit gegenüber Infektionen, dem Verlust der Knochensubstanz, Abbau der Muskulatur und sogar einem Zellabbau im Gehirn mit einer Störung der Gedächtnis- und Lernleistung.
Cortisol führt auch zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der mit Stress einhergehende Cortisolüberschuss auch die Fetteinlagerung insbesondere im Bauchbereich massiv fördert und damit einen erheblichen Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen darstellt.
Bei einem Burn-Out-Syndrom, das mit rascher Ermüdbarkeit, Erschöpfung und geringer Belastbarkeit einhergeht, kann es zu einer Erschöpfung der Cortisolausscheidung kommen. Der typische Cortisol-Morgengipfel kann fehlen und im gesamten Tagesverlauf findet sich ein Cortisolmangel. Häufig lässt sich ein atypischer Cortisolanstieg in den Abendstunden beobachten.
Welche Beschwerden treten bei einem Burn-Out-Syndrom auf?
Die Anzeichen für chronischen Stress sind vielfältig und beim einzelnen Betroffenen sehr unterschiedlich. Typische Beschwerden sind:
* Lustlosigkeit, Gereiztheit
* Gefühle des Versagens
* Angst, nicht mehr den Anforderungen gewachsen zu sein
* mangelndes Interesse am Beruf oder Aufgabenbereich
* chronische Müdigkeit
* Schlafstörungen
* Konzentrationsstörungen
* Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit
* Depressionen
* chronischer Motivationslosigkeit
* Stimmungsschwankungen
* körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darm-Beschwerden.
Wie kann die moderne Labordiagnostik helfen?
In unserem Speziallabor stehen verschiedene Blut- Urin- und Speicheluntersuchungen zur Verfügung um die Diagnose zu bestätigen und um mögliche Defizite auf zu zeigen, und um somit effektive Behandlungen zu ermöglichen.
Dr. med. Rainer Didier
Facharzt für Allgemeinmedizin
Klassische Homöopathie, Ernährungsmedizin, Medizinische Hypnose
Nordhofstr. 173
32130 Enger
Tel.:05224 - 994677
Mobil : 0171 - 6173744
www.dieSanfteMedizin.de
Terminstress, Leistungsdruck oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes machen müde, depressiv und krank. Das Burn-out-Syndrom hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, wie wissenschaftliche Studien beweisen.
Was ist die Ursache eines Burn-Out-Syndroms?
Die Stressreaktion mit allen körperlichen Auswirkungen kommt durch ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen dem zentralen Nervensystem (Gehirn), Gehirnbotenstoffen (Neurotransmittern) und den Hormondrüsen zustande. Dabei ist der Übergang vom akuten Stress zum chronischen Dauerstress fließend.
Bei Wahrnehmung einer als bedrohlich eingeschätzten Situation (Stressreaktion) kommt es zunächst zu einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) mit der Freisetzung der Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin. Diese steigern die Herztätigkeit, erhöhen den Blutdruck, den Tonus der Skelettmuskulatur und setzen Energie für die Kampf- oder Fluchtreaktion frei.
Hält die Belastung weiter an, wird auch die zweite Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen- Nebennierenrinden-Achse) mit der Freisetzung des Stresshormons Cortisol aktiviert.
Fehlen die Entspannungsphasen, die es dem Organismus ermöglichen in den Grund- oder Ruhezustand zurückzukehren, kommt es zum Stress-Hormon-Ungleichgewicht – der Mensch lebt in dauerhaftem Alarmzustand.
Dieser Prozess ist ein sich selbst verstärkender Prozess. Stress erzeugt Stress – und zunehmend kleine Reize genügen, um eine erneute Stressreaktion auszulösen.
Grundlagen der Stressreaktion und körperliche Gesundheit
Die Cortisol-Bildung folgt bei jedem Menschen einem ganz charakteristischen Tagesprofil. In den ersten beiden Stunden nach dem Aufstehen zeigt sich ein deutlicher Morgengipfel. Nach dem Abklingen dieses Morgengipfels fällt das Cortisol während des Tages kontinuierlich ab, um abends bzw. gegen Mitternacht einen Minimalwert zu erreichen.
Bei hohen Stressbelastungen finden sich unphysiologische hohe Cortisolspiegel mit diffusen Tagesverläufen.
Die langfristige Erhöhung des Cortisolspiegels führt im Organismus zu einer Vielzahl negativer Auswirkungen, wie einer Schwächung des Immunsystems mit einer vermehrten Anfälligkeit gegenüber Infektionen, dem Verlust der Knochensubstanz, Abbau der Muskulatur und sogar einem Zellabbau im Gehirn mit einer Störung der Gedächtnis- und Lernleistung.
Cortisol führt auch zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der mit Stress einhergehende Cortisolüberschuss auch die Fetteinlagerung insbesondere im Bauchbereich massiv fördert und damit einen erheblichen Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen darstellt.
Bei einem Burn-Out-Syndrom, das mit rascher Ermüdbarkeit, Erschöpfung und geringer Belastbarkeit einhergeht, kann es zu einer Erschöpfung der Cortisolausscheidung kommen. Der typische Cortisol-Morgengipfel kann fehlen und im gesamten Tagesverlauf findet sich ein Cortisolmangel. Häufig lässt sich ein atypischer Cortisolanstieg in den Abendstunden beobachten.
Welche Beschwerden treten bei einem Burn-Out-Syndrom auf?
Die Anzeichen für chronischen Stress sind vielfältig und beim einzelnen Betroffenen sehr unterschiedlich. Typische Beschwerden sind:
* Lustlosigkeit, Gereiztheit
* Gefühle des Versagens
* Angst, nicht mehr den Anforderungen gewachsen zu sein
* mangelndes Interesse am Beruf oder Aufgabenbereich
* chronische Müdigkeit
* Schlafstörungen
* Konzentrationsstörungen
* Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit
* Depressionen
* chronischer Motivationslosigkeit
* Stimmungsschwankungen
* körperliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darm-Beschwerden.
Wie kann die moderne Labordiagnostik helfen?
In unserem Speziallabor stehen verschiedene Blut- Urin- und Speicheluntersuchungen zur Verfügung um die Diagnose zu bestätigen und um mögliche Defizite auf zu zeigen, und um somit effektive Behandlungen zu ermöglichen.
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